Träumen Roboter von Baustellen? Archizoom thematisiert in einer Ausstellung Kooperationen zwischen Mensch und Maschine
Vom 9. September bis 5. Dezember 2026 widmet Archizoom an der EPFL in Lausanne seine neue Ausstellung der Frage, wie Robotik die Baustelle verändern könnte – nicht als Instrument des Ersatzes, sondern als Partner*in menschlicher Arbeit. Unter dem «Titel Do Robots Dream of Construction Sites?» zeigt die Ausstellung Projekte des CRCL – Lab for Creative Computation der EPFL unter der Leitung von Stefana Parascho.
Roboter gehören längst zum Alltag: in Fabriken, in der Logistik, im öffentlichen Raum und zunehmend auch im Alltag. Auf der Baustelle jedoch bleibt ihr Einsatz, trotz weitreichender Versprechen von Effizienz und Automatisierung, bislang punktuell. Der Bau ist nach wie vor geprägt von körperlich anspruchsvoller, oft gefährlicher und gesundheitlich belastender Arbeit – und von Prozessen, die erhebliche ökologische Folgen haben. Genau an diesem Spannungsfeld setzt die Ausstellung an.
Do Robots Dream of Construction Sites? untersucht, welche Rolle Maschinen und robotische Systeme in Architektur und Konstruktion künftig spielen können. Im Zentrum steht dabei nicht die Vorstellung einer vollständig automatisierten Baustelle, sondern die Suche nach Formen der Zusammenarbeit: Roboter, die menschliche Fähigkeiten ergänzen, auf unvorhersehbare Situationen reagieren und neue Spielräume für Reparatur, Wiederverwendung und materialbewusstes Bauen eröffnen.
Die Ausstellung versammelt Forschungsergebnisse, gebaute Prototypen, Filme, Dokumentationen und Live-Demonstrationen. Zu sehen sind unter anderem Roboter, die selbstständig Bögen errichten, interaktive Systeme, welche Konstruktionen aus wiedergewonnenem und ausrangiertem Holz zusammensetzen, sowie Arbeitsabläufe, in denen Menschen und Maschinen gemeinsam tragende Wände bauen. Die Projekte bewegen sich zwischen konkreter Anwendung und spekulativem Szenario – und machen sichtbar, dass die technologischen Fragen von Wahrnehmung, Planung und Anpassungsfähigkeit immer auch soziale Fragen sind.

Cover me softly, CRCL – Lab for Creative Computation, EPFL, 2024 | Foto: Gabriel Amza
Denn die Einführung von Robotik auf der Baustelle betrifft nicht allein Produktivität und Präzision. Sie verändert Arbeitsbedingungen, Verantwortlichkeiten und das Verhältnis zwischen Planung, Handwerk und Ausführung. Archizoom stellt deshalb eine zentrale Frage: Können robotische Verfahren dazu beitragen, Bauprozesse ökologischer, inklusiver und menschlicher zu gestalten?
Die Ausstellung plädiert für einen Perspektivwechsel. Statt Roboter als Konkurrenz menschlicher Arbeit zu verstehen, entwirft sie eine Baupraxis, in der Maschinen unterstützend, lernfähig und situationsbezogen agieren. Damit rückt sie eine Architekturproduktion in den Fokus, die weniger auf Standardisierung und Ersatz setzt als auf Kooperation, Reparaturfähigkeit und den intelligenten Umgang mit vorhandenen Ressourcen.

Re:config testet adaptive Arbeitsabläufe zwischen Mensch und Roboter für Rückbau, Reparatur und Konstruktion, CRCL – Lab for Creative Computation, EPFL
Die Ausstellung wird von einer Veranstaltungsreihe begleiten – darunter Live-Installationen, Führungen und Beiträge im Rahmen der Nuit des musées, des Festivals Les Culturelles sowie von Scientastic.
Do Robots Dream of Construction Sites?
Ort: Archizoom, EPFL, Lausanne
Zeitraum: 9. September bis 5. Dezember 2026
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9.30–17 Uhr; Di 9.30–20 Uhr
