Zuhause im Alter – eine Ausstellung im Sunnige Hof Zürich
Eine Wohnung ohne Schwellen ist noch kein Zuhause. Eine Ausstellung mit Entwurfsarbeiten von Studierenden der Berner Fachhochschule «Zuhause im Alter» in den Räumen der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof in Zürich-Schwamendingen fragt, wie Architektur Selbstständigkeit, Bewegung und Begegnung unterstützen kann – und was sich dafür bezüglich des Wohnraums verändern muss.
Wer im vertrauten Quartier bleiben möchte, braucht mehr als eine passende Wohnung. Auch der Weg zum Einkauf, Orte für Begegnungen und bezahlbare Alternativen spielen eine Rolle. Zugleich sind die Wünsche und Möglichkeiten älterer Menschen so unterschiedlich wie ihre Lebensläufe. Genau hier setzt die Ausstellung «Zuhause im Alter. Neue Perspektiven auf das Wohnen» an, die bis zum 8. November 2026 im Gemeinschaftsraum «Treffpunkt» der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof in Zürich zu sehen ist. Sie verbindet studentische Entwürfe mit Forschung der Berner Fachhochschule (BFH).
Eine Debatte mitten im Quartier
Dass die Ausstellung in einer Genossenschaftssiedlung stattfindet, passt zum Thema. Hier lassen sich Fragen nach Wohnformen und Nachbarschaft unmittelbar mit einem bewohnten Ort verbinden. Das Rahmenprogramm erweitert den Blick über die Entwürfe hinaus: Es geht auch um die Verfügbarkeit bezahlbarer Wohnungen, um genossenschaftliche Modelle und um die Vorstellungen der Menschen, die dort leben möchten. Am 29. Oktober spricht BFH-Architektin Henriette Lutz in einem Workshop über Architektur für ein aktives Alter und am 4. November 2026 lädt eine Wohnbiografien-Werkstatt zum Austausch ein.
Die Ausstellung liefert damit keine allgemeingültige Antwort darauf, wie «altersgerechtes Wohnen» aussehen soll. Sie eröffnet vielmehr eine konkrete Planungsfrage: Wie können bestehende Häuser und Quartiere so weiterentwickelt werden, dass Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen dort gut leben können?
Hindernisse abbauen, Bewegung ermöglichen
Barrierefreiheit ist eine wichtige Voraussetzung, damit Menschen möglichst lange selbstständig wohnen können. Die BFH stellt daneben eine weitere Frage: Kann die Gestaltung von Wohnungen und Wohnumgebungen auch zu alltäglicher Bewegung anregen? Für ihr Forschungs- und Lehrprojekt «Bewegungsfördernde Architektur im Alter» arbeiteten Architekturstudierende an der Weiterentwicklung einer Berner Siedlung aus den 1950er-Jahren. Fünf ältere Menschen brachten als sogenannte Citizen Scientists ihre Erfahrungen in die Diskussion der Entwürfe ein.
Was aus dieser Fragestellung entstehen kann, zeigt etwa ein Entwurf aus dem BFH-Atelier für ein Haus an der Berner Ankerstrasse: Eine ergänzte Laube soll das Hochparterre besser erschliessen, eine gemeinschaftliche Vorzone Begegnungen erleichtern. Vorgesehen sind kleinere Wohnungen für ältere Menschen und grössere für Familien. Das Beispiel macht deutlich, dass es beim Wohnen im Alter nicht nur um einzelne bauliche Anpassungen geht, sondern auch um das Zusammenleben im Haus und im Quartier.
Zuhause im Alter. Neue Perspektiven auf das Wohnen
Dauer: 20. Oktober bis 8. November 2026
Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–17 Uhr, Sa–So 14–17 Uhr
Ort: «Treffpunkt», Gemeinschaftsraum der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof, Mattenhof 16, Zürich



