Interview: Intelligente Torantriebe als Schlüssel zu moderner Architektur

Daniel Friedrich
Wie lassen sich Komfort, Sicherheit und Design bei Zugängen vereinen? Neue Technologien erhöhen nicht nur den Bedienkomfort, sondern tragen auch massgeblich zur Sicherheit und Effizienz von Gebäuden bei. Daniel Friedrich, Product Manager Antriebe und Steuerungen bei Hörmann, gab der Redaktion Einblicke in die Welt moderner Antriebssysteme für Tore.
Welche Rolle spielen moderne Antriebssysteme für Tore bei der Gestaltung von komfortablen Zugängen?
Moderne Antriebssysteme sind ein zentraler Baustein für komfortable und barrierearme Zugänge, da sie automatisiertes, schnelles und sicheres Öffnen ermöglichen. Für Architekt*innen bieten sie Möglichkeiten, Zugänge funktional und nutzerfreundlich zu gestalten, ohne grosse Kompromisse im Design. Hörmann Antriebe sind hinsichtlich der normativ geforderten Personensicherheit in Verbindung mit dem jeweiligen Torsystem baumustergeprüft und kombinieren optimale Laufgeschwindigkeiten, intuitive Bedienung und intelligente Zusatzfunktionen für ein nachhaltiges Nutzererlebnis.

Das flächenbündige Sammelgaragentor ET500 ermöglicht exklusive Ansichten.
Sicherheit ist ein zentrales Thema. Wie integrieren sich Antriebe in ein ganzheitliches Sicherheitskonzept eines Gebäudes, und welche Funktionen sind aus Sicht von Architekt*innen besonders relevant?
Torantriebe und Steuerungen sind heute integraler Bestandteil ganzheitlicher Sicherheitskonzepte wie die Zugangskontrolle, Einbruchschutz, Zuluftströmung für die Entrauchung im Brandfall sowie Personenschutz. Wichtige Funktionen sind die automatische Abschaltung bei Hindernissen im Schliessbereich, mechanische Verriegelungen sowie zertifizierte Sicherheitsstandards wie gut verschlüsselte Funksysteme, getestete Lichtschranken oder Aufschiebesicherungen, die zuverlässigen Schutz gewährleisten.
Welche gestalterischen Freiheiten oder Einschränkungen ergeben sich für Architekt*innen durch den Einbau von automatisierten Antriebssystemen?
Da bei den meisten Toranlagen die Antriebssysteme auf der Gebäudeinnenseite angebaut werden, schränken sie die gestalterische Freiheit der Aussenansicht kaum ein. Gleichzeitig ermöglichen innovative Torlösungen wie das Sammelgaragentor ET500 eine flächenbündige Fassadenintegration oder individuell gestaltbare Toroberflächen.

Mit dem Smart Home System von Hörmann lassen sich alle Torfunktionen per Tablet oder Smartphone steuern.
Welche Rolle spielt die Lautstärke von Antrieben, insbesondere in sensiblen Umgebungen wie Wohnquartieren oder in der Nähe von Arbeitsplätzen?
Eine geringe Geräuschentwicklung ist ein entscheidender Komfortfaktor, insbesondere in Wohn- oder Arbeitsumgebungen. Leise Antriebssysteme mit Soft-Start und -Stopp und vibrationsarmen Komponenten minimieren Störungen und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Daher lohnt es sich, ein Antriebssystem zu wählen, dessen Geschwindigkeit auf das Tor abgestimmt eingestellt werden kann. Hörmann Antriebe und Tore werden gezielt für einen ruhigen, gleichmässigen Lauf konzipiert und eignen sich für lärmsensible Einsatzbereiche.Dennoch: Nach Möglichkeit vermeidet man in der Planung Toranlagen direkt unter Wohn- oder Schlafräumen, zumal Geräuschentwicklung und Vibrationen beim Torlauf nicht ganz vermieden werden, da sie über den Baukörper übertragen oder verstärkt werden können.
Wie funktioniert die Integration von Hörmann-Antrieben in übergeordnete Gebäudeleitsysteme oder Smart-Home-Plattformen?
Moderne Antriebe wie die Torantriebe der Serien 4 oder 500 lassen sich über standardisierte Schnittstellen wie den HCP-Bus und Gateways in Smart-Home- und Gebäudeleitsysteme integrieren. Dadurch können Tore zentral gesteuert, überwacht und mit anderen Gewerken wie Beleuchtung, Zutrittskontrolle oder Sicherheitssystemen vernetzt werden. Die Integration in Plattformen wie KNX, Loxone oder Sprachassistenten wie Google, Apple oder Amazon ermöglicht eine flexible und zukunftsorientierte Gebäudeautomation.
Welche Rolle spielt die Wartung der Antriebe im Lebenszyklus eines Gebäudes, und welche Vorgaben oder Empfehlungen sollten Planende bereits im Entwurf berücksichtigen?
Hochwertige Antriebe zeichnen sich durch robuste, langlebige Komponenten und wartungsarme Konstruktionen aus. Dennoch ist die Wartung entscheidend für die langfristige Funktionalität und Sicherheit von Toranlagen. Alle kraftbetätigten Toranlagen sollten mindestens jährlich oder nach Angaben des Herstellers durch eine sachkundige Person geprüft werden. Daher ist es für Planende wichtig, das Antriebssystem auf die entsprechende Frequentierung auszulegen sowie Wartungszugänglichkeit und Servicekonzepte zu berücksichtigen, um die Betriebskosten zu optimieren.
Welche Anforderungen hinsichtlich Platzbedarf und Einbausituation müssen Architekt*innen bereits in frühen Planungsphasen im Auge behalten, um einen reibungslosen Einbau der Antriebe sicherzustellen?
Bereits in der Entwurfsphase sollten Architekt*innen den Sturzbedarf, seitliche Platzverhältnisse und die Führungssysteme berücksichtigen. Moderne Systeme sind platzsparend konzipiert, benötigen aber dennoch definierte Einbauräume für Schienen, Antrieb und Steuerung. Hörmann stellt dazu detaillierte Planungsunterlagen, CAD- und BIM-Daten die eine präzise Integration in die Gebäudeplanung ermöglichen in unserem Produktportal zur Verfügung. Für Ausführungsvarianten, Kombinationsmöglichkeiten oder Detailplanung stehen unsere erfahrenen Architektenberater*innen Planenden jederzeit helfend zur Seite.

Der Wellenatrieb WA 500 mit Soft-Start und -Stopp für einen schonenden Torlauf ermöglicht Öffnungsgeschwindigkeiten von bis zu einem Meter pro Sekunde.
Das Interview entstand in Zusammenarbeit mit der Hörmann Schweiz AG.