Rialto Basel – Innendämmung im Denkmal unter Feuchtelast

Wie lässt sich ein denkmalgeschütztes Hallenbad energetisch ertüchtigen, wenn die historische Keramikfassade unangetastet bleiben muss? Bei der Sanierung des Basler Hallenbads Rialto beantworteten die Planenden diese Frage mit einem differenzierten System aus dampfdichter Innendämmung – abgestimmt auf drei verschiedene Oberflächenlogiken.

Nach einer zweijährigen Sanierung wurde das traditionsreiche Hallenbad Rialto in Basel 2024 wiedereröffnet. Das 1934 von den Basler Architekten Bercher & Tamm entworfene Wohn- und Geschäftshaus mit integriertem Hallenbad vereint auf rund 10'600 Quadratmetern Geschossfläche eine öffentliche Badeinrichtung, Gastronomie, Gewerbe- und Wohnnutzungen. Es gilt als früher Pionier multifunktionaler, urbaner Baukonzepte. Ziel der Sanierung war es, die architektonische Qualität des Bestands zu bewahren, die Gebäudetechnik zu modernisieren und die energetische Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Das Hallenbad Rialto in Basel präsentiert sich nach Abschluss der umfassenden zweijährigen Sanierung in einem vollständig erneuerten und funktional modernisierten Zustand. | Foto © Mark Niedermann

Das Hallenbad Rialto in Basel präsentiert sich nach Abschluss der umfassenden zweijährigen Sanierung in einem vollständig erneuerten und funktional modernisierten Zustand. | Foto © Mark Niedermann

Das Hallenbad Rialto in Basel präsentiert sich nach Abschluss der umfassenden zweijährigen Sanierung in einem vollständig erneuerten und funktional modernisierten Zustand. | Foto © Mark Niedermann

Das Gebäude nimmt eine städtebaulich markante Position am Fluss Birsig ein und ist durch seine weitgehend original erhaltene Keramikfassade geprägt. Diese steht unter Denkmalschutz und durfte nicht verändert werden. Gleichzeitig stellte die Nutzung als Hallenbad mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit erhebliche Anforderungen an den Feuchteschutz. Während eine Aussendämmung ausgeschlossen war, musste im Inneren eine Lösung gefunden werden, die Tauwasserbildung zuverlässig verhindert.

Dämmung als Systemlogik

Eingesetzt wurden unterschiedliche Foamglas-Systemvarianten der Pittsburgh Corning Schweiz. Als Dämmstoff kam Foamglas T3+ zum Einsatz, die konkrete Systemauswahl richtete sich nach Nutzung und Oberflächenanforderung. Foamglas wirkt dank seiner geschlossenzelligen Struktur gleichzeitig als Wärmedämmung sowie als Dampf- und Kapillarsperre. Gerade im Schwimmbadbereich ist dies entscheidend, da das Eindringen feuchter Raumluft in die Konstruktion zuverlässig verhindert wird.

Dank seiner geschlossenzelligen Struktur übernimmt Foamglas gleichzeitig die Funktion von Wärmedämmung sowie Dampf- und Kapillarsperre – ideal für feuchtebelastete Räume wie Schwimmbäder. | Foto: Pittsburgh Corning (Schweiz) SA

Dank seiner geschlossenzelligen Struktur übernimmt Foamglas gleichzeitig die Funktion von Wärmedämmung sowie Dampf- und Kapillarsperre – ideal für feuchtebelastete Räume wie Schwimmbäder. | Foto: Pittsburgh Corning (Schweiz) SA

Dank seiner geschlossenzelligen Struktur übernimmt Foamglas gleichzeitig die Funktion von Wärmedämmung sowie Dampf- und Kapillarsperre – ideal für feuchtebelastete Räume wie Schwimmbäder. | Foto: Pittsburgh Corning (Schweiz) SA

Putzgebundener Wandaufbau

In Bereichen mit klassischem Putzaufbau wurde das System 3.2.3 eingesetzt. Die Dämmplatten wurden vollflächig auf Beton beziehungsweise Mauerwerk verklebt und mit der Beschichtungsmasse PC 164 in Kombination mit einem Armierungsgewebe versehen. Diese Schicht bildet den Putzträger für den nachfolgenden Gipsputz.

Systemaufbau im Bestand

Wo ein vollständig abgestimmter Oberflächenaufbau erforderlich war, kam das System 3.2.5 zur Anwendung. Anstelle eines bauseitigen Putzes wurden Fliesen auf die Netzeinbettung aufgebracht. Diese Lösung ermöglicht eine gleichmässige, risssichere Oberfläche und reduziert Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Materialien.

Innenausbau mit Trockenbauvariante

Ergänzend wurde mit dem System 3.2.7 eine Trockenbauvariante realisiert. Nach der Verklebung der Dämmplatten erfolgte die Bekleidung mit Gipskarton- beziehungsweise Gipsfaserplatten. Der bauphysikalische Vorteil der dampfdichten Ebene bleibt vollständig erhalten, da diese direkt durch die Foamglas-Schicht gebildet wird.

Beim System 3.2.7 bildet die Foamglas-Dämmschicht die dauerhaft sichere, dampfdichte Ebene, während die Innenbekleidung aus Gipskarton- oder Gipsfaserplatten flexibel gestaltet werden kann. | Foto: Pittsburgh Corning (Schweiz) SA

Beim System 3.2.7 bildet die Foamglas-Dämmschicht die dauerhaft sichere, dampfdichte Ebene, während die Innenbekleidung aus Gipskarton- oder Gipsfaserplatten flexibel gestaltet werden kann. | Foto: Pittsburgh Corning (Schweiz) SA

Beim System 3.2.7 bildet die Foamglas-Dämmschicht die dauerhaft sichere, dampfdichte Ebene, während die Innenbekleidung aus Gipskarton- oder Gipsfaserplatten flexibel gestaltet werden kann. | Foto: Pittsburgh Corning (Schweiz) SA

Bestand neu gedacht, Raum neu gelesen

Parallel wurde das Gebäude architektonisch neu interpretiert. Die zuvor heterogen und teilweise dunkel wirkende Schwimmhalle wurde in Anlehnung an die ursprüngliche Gestaltung der 1930er-Jahre als heller, lichtdurchfluteter Raum neu konzipiert. Ergänzt wurde das Angebot durch ein zusätzliches Lehrschwimmbecken mit höhenverstellbarem Boden sowie einen erweiterten Saunabereich. Die denkmalgeschützte Keramikfassade konnte aufwendig instandgesetzt und in ihrem Erscheinungsbild bewahrt werden.

Nach der Gesamtsanierung überzeugt die Schwimmhalle als lichtdurchfluteter, technisch und architektonisch neu interpretierter Raum. | Foto © Mark Niedermann

Nach der Gesamtsanierung überzeugt die Schwimmhalle als lichtdurchfluteter, technisch und architektonisch neu interpretierter Raum. | Foto © Mark Niedermann

Nach der Gesamtsanierung überzeugt die Schwimmhalle als lichtdurchfluteter, technisch und architektonisch neu interpretierter Raum. | Foto © Mark Niedermann

Bautafel

Projekt: Sanierung Hallenbad Rialto, Basel

Bauherr: Immobilien Basel-Stadt, Basel

Bauherrenvertretung: Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt, Basel

Generalplaner: Reuter Architekten, Basel

Innendämmung: Pittsburgh Corning Schweiz AG

Bauzeit: 2022 bis 2024

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