Wohngebäude – Reflet

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2000 Neuchâtel,
Schweiz

Veröffentlicht am 13. April 2026
GD Architectes SA
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

Südfassade – Reflet, GD Architectes Nordfassade – Reflet, GD Architectes Einzelheit – Reflet, GD Architectes Treppenhaus – Reflet, GD Architectes Loggia – Reflet, GD Architectes Innenansicht – Reflet, GD Architectes Fassade Einzelheit – Reflet, GD Architectes Innenansicht 2 – Reflet, GD Architectes

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
quai philippe godet 14, 2000 Neuchâtel, Schweiz
Projektkategorie
Gebäudeart
Fertigstellung
06.2024

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
6 bis 10
Anzahl Kellergeschosse
1
Anzahl Wohnungen
18
Grundstücksfläche
1565 m²
Geschossfläche
3190 m²
Nutzfläche
1774 m²
Gebäudevolumen
11'227 m³
Gebäudekosten (BKP 2)
8,0 Mio. CHF
Parkplätze
16

Beschreibung

Im 19. Jahrhundert wiesen die Gebäude am östlichen Ortseingang von Neuenburg, östlich des betreffenden Grundstücks, eine Seefront auf, die aus einer Reihe von kleinen Inseln bestand, die aus aneinandergrenzenden Gebäuden und Gärten im Süden gebildet wurden. Im Westen hingegen, etwas vom See zurückgesetzt an der Rue de l’Evole, entwickelte sich eine eher zufällige Bebauung aus weniger vornehmen Gebäuden unterschiedlicher Grösse und Funktion.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwanden die natürlichen Ufer zugunsten von Aufschüttungen, die den Bau des Quai Philippe-Godet und der Strassenbahnlinie ermöglichten. Während die Wohnhäuser und Gärten östlich der Ruelle William-Mayor heute ihre ursprünglichen Merkmale bewahrt haben, wurden die im Westen durch Neubauten ergänzt, die im Süden am heutigen Quai Philippe-Godet eine zweite Strassenfront bilden. Einzige Ausnahme an dieser westlichen Gebäudefront bildet die «Lücke» in der Rue de l’Evole 29, die aus einem Baumhain besteht, der sich aufgrund mangelnder Pflege zufällig entwickelt hat. An diesem geschichtsträchtigen Ort knüpft das vorgeschlagene Projekt durch seine Lage und seine Volumetrie an die Vergangenheit an. Im Norden orientiert es sich am Verlauf der ehemaligen Ufermauer, während seine Fassade im Westen eine Krümmung aufweist, die den Blick auf den ursprünglichen Pavillon freigibt und diesen bewahrt. Im Süden schliesst sich die Fassade in den ersten fünf Stockwerken an die Gebäude aus dem 19. Jahrhundert an, während sie in den oberen Stockwerken die Form des kürzlich aufgestockten Gebäudes aus den 70er-Jahren aufgreift. Dieser volumetrische Rücksprung ermöglicht zudem den Übergang zwischen den westlichen und östlichen Gebäuden. Das neue Gebäude fungiert nicht nur als verbindendes Element an der Seefront, sondern auch als städtebaulicher Übergang zwischen den beiden aneinandergrenzenden Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert und dem Einzelgebäude aus dem vorangegangenen Jahrhundert.

Das Projekt basiert auf zwei Hauptkonzepten:

  • Die Gebäudehülle ist mit wassergrüner Keramik verkleidet, inspiriert vom See, der sich fast bis zu den Fenstern erstreckt. Diese Wahl erzeugt ein Spiel aus Lichtreflexionen und gab dem Projekt seinen Namen: «Reflet».
  • In Anlehnung an das einst südlich des Grundstücks befindliche Wäldchen besteht das Gebäude im Westen und Norden aus begrünten Fassaden mit Kletterpflanzen. Im Süden beherbergen die Balkone Sträucher, die in grossen Kübeln gepflanzt sind.

Mit grossen, nach Süden ausgerichteten Balkonen, von denen einige mehr als 30 Quadratmeter gross sind, bietet es einen Logenplatz mit Blick auf den Neuenburgersee und ein herrliches Panorama auf die Alpen im Hintergrund. Die an den Fassaden stark präsente Vegetation bildet einen natürlichen Filter, der ein kühlendes Mikroklima und Wärmeschutz fördert und gleichzeitig einen Lebensraum für Fauna und Flora schafft. Die Wohnungen mit 2,5 bis 4,5 Zimmern verfügen jeweils über Parkplätze sowie Kellerräume. Die meisten sind durchgehend angelegt, wobei die Wohn- und Küchenbereiche nach Süden zum See hin ausgerichtet sind, während sich die Schlafzimmer auf der Gartenseite in einer ruhigeren Umgebung befinden. Das Gebäude ist vollständig von aussen gedämmt und mit Sonnenschutz in Form von Lamellenmarkisen ausgestattet, ergänzt durch Vorhänge auf den Balkonen. Die Belüftung erfolgt über ein Einfachstromsystem mit in die Fenster integrierten Lufteinlässen und Abluftöffnungen in der Küche und den Sanitärräumen. Auf dem begrünten Dach sind Photovoltaikmodule installiert, und eine Wärmepumpe ergänzt das Energiesystem. Die Betonwände und -platten gewährleisten eine effektive thermische Trägheit. Was die Landschaftsgestaltung betrifft, so wurde der Garten des Herrenhauses in der Rue de l’Evole 29 in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt. Er wird durch Sträucher und eine lebende Hecke rund um den Rasen ergänzt.

Das Projekt von GD Architectes wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.

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