Und es werde Licht – Oberlichter prägen das Schulhaus Tann

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Veröffentlicht am 26. Januar 2026

Was früher die sakralen Räume der Gotik prägte, prägt heute die Bildungstempel von morgen. Tageslicht zeichnet, inszeniert und vitalisiert den Raum.

Philip Böni

Das neue Entree im Schulhaus Tann bei Rüti – Tageslicht durchflutet | Foto: Philip Böni

Das neue Entree im Schulhaus Tann bei Rüti – Tageslicht durchflutet | Foto: Philip Böni

So auch in Tann bei Rüti, wo das älteste und markanteste Gebäude des Orts zweifellos die reformierte Kirche der Gemeinde ist. Erbaut zwischen 1517 und 1521 im spätgotischen Stil, wurde bereits damals Licht gezielt gesetzt, um den sakralen Raum zu inszenieren und das Streben nach Transzendenz sinnlich erfahrbar zu machen.Heute erwächst der Gemeinde in Sachen Tageslichtkunst Konkurrenz. Die neue Lichtkathedrale ist allerdings kein Sakralbau, sondern eine neue Bildungsstätte. Zentral im Ortsteil Tann gelegen, verbindet sie zwei bestehende Schulhäuser und verschiedene Nebenbauten zu einem eigentlichen Bildungscampus.

Moderne Fresken aus Tageslicht gezeichnet – das Lichtspiel in der neuen Treppenanlage im Schulhaus Tann | Foto: Philip Böni

Moderne Fresken aus Tageslicht gezeichnet – das Lichtspiel in der neuen Treppenanlage im Schulhaus Tann | Foto: Philip Böni

Moderne Fresken aus Tageslicht gezeichnet – das Lichtspiel in der neuen Treppenanlage im Schulhaus Tann | Foto: Philip Böni
Tageslicht in stetiger Bewegung, eingefangen durch die installierten Oberlichter des Typ GO-G | Foto: Philip Böni
Der clevere Brandschutz: Die links aussen sichtbaren RWA-Motoren öffnen die Glasoberlichter im Brandfall voneinander weg, um die Entrauchung – unabhängig von den äusseren Windeinflüssen – zu gewährleisten. | Foto: Philip Böni

Tageslichtzeichnungen wie Fresken

Eine grosse Oberlicht-Komposition über dem Erschliessungskern flutet das Entree und die breite zweiläufige Treppenanlage mit natürlichem Licht. Gezeichnet durch das Raster seiner Unterzüge, inszeniert es wie moderne Fresken die Betonwände und Eichenholzböden und verleiht dem Raum eine lebhafte Atmosphäre. Die rund vier mal sieben Meter grosse Öffnung befindet sich eineinhalb Meter über der Decke des obersten Geschosses. Um die Innenwände des Dachaufbaus ziehen sich Holzlamellen, die für eine gute Raumakustik sorgen.

Philip Böni

Natürliches Licht, das die hochwertigen Materialien in Szene setzt. | Foto: Philip Böni

Natürliches Licht, das die hochwertigen Materialien in Szene setzt. | Foto: Philip Böni

Der Blick von oben

Wer die Öffnung von unten als grosse Fläche liest, wird auf dem Dach eines Besseren belehrt: Einzelne, 120 mal 120 Zentimeter grosse Glasoberlichter des Typ GO-G sind in drei Reihen mit je fünf Elementen angeordnet und auf Polyester-Minizargen montiert, die auf die Holzunterkonstruktion befestigt wurden. Der Aluminiumrahmen der Glasoberlichter ist thermisch getrennt, sorgt für eine hervorragende Wärmedämmung und ist mit einer Drei-Grad-Neigung ausgeführt, damit das Wasser vom eingebauten Glas ablaufen kann. Die Polyester-Minizargen sind mit Stehflanschen gegeneinandergestossen, abgedichtet und durch ein Aluminiumprofil abgedeckt.

Himmelslicht empfangend – die 15 hochwertigen Glasoberlichter des Typ GO-G | Foto: Philip Böni

Himmelslicht empfangend – die 15 hochwertigen Glasoberlichter des Typ GO-G | Foto: Philip Böni

Himmelslicht empfangend – die 15 hochwertigen Glasoberlichter des Typ GO-G | Foto: Philip Böni

Wenn Sicherheit Flügel bekommt

Im Brandfall öffnen sich vier der fünfzehn Glasoberlichter mittels RWA-Motoren, um gefährlichen Rauch und Hitze abziehen zu lassen. Um die Entrauchung unabhängig von den äusseren Windeinflüssen zu gewährleisten, öffnen sich die jeweiligen GO-G voneinander weg. Die dreifache Sonnenschutz-Isolierverglasung bietet maximale Lichttransmission in Kombination mit einem optimalen G-Wert für die Wärmedämmung.

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