Oxid und HSAR fanden beim Casino Winterthur eine gute Balance zwischen Neu und Alt

Veröffentlicht am 18. Juni 2026 von
Jørg Himmelreich

Früher wurden in den denkmalgeschützten Hallen Zugmaschinen produziert, nun wird gespielt. Mit dem Casino hat die Winterthurer Lokstadt eine neue Attraktion erhalten, die zugleich zum Entree des Quartiers werden soll. Oxid Architektur und Haefele Schmid Architekten setzen dafür auf eine ebenso einfache wie starke Idee: Zwei eingestellte zugartig anmutende Holzkörper und ein spektakulärer Kronleuchter strukturieren die riesige Halle. Entstanden ist ein Projekt, das die Anliegen von Denkmalpflege, Stadtentwicklung und Inszenierung charmant ausbalanciert.

Industriehallen wurden in Europa in den jüngsten vier Jahrzehnten im Zuge der Deindustrialisierung hundertfach umgenutzt – häufig mit eingezogenen Ebenen oder eingestellten Boxen, um die grossen Räume zu gliedern. Auch in die SLM-Hallen in Winterthur wurden Volumen eingefügt. Doch was im Schweizer Kontext zur Jahrtausendwende noch überraschte, ist heute solider Standard. Umso entscheidender werden die wiederkehrenden architektonischen Fragen: Wie viel Zurückhaltung ist angemessen, damit der Bestand wirken kann – und wie lassen sich neue Flächen schaffen, ohne die Höhe und Luftigkeit zu zerstören, die Industriehallen ausmachen?

Mit Einbruch der Dämmerung scheinen die unterleuchteten Züge und der Kronleuchter förmlich zu schweben. | Foto: Zeljko Gataric

Mit Einbruch der Dämmerung scheinen die unterleuchteten Züge und der Kronleuchter förmlich zu schweben. | Foto: Zeljko Gataric

Mit Einbruch der Dämmerung scheinen die unterleuchteten Züge und der Kronleuchter förmlich zu schweben. | Foto: Zeljko Gataric

Genius Loci statt Megalou

Die Lokstadt ist der letzte grosse Teil des einstigen Sulzer-Areals, das nach dem Auslaufen der Lokomotiv- und Maschinenproduktion umgenutzt beziehungsweise neu entwickelt wird. Fast ein Jahrhundert lang stellte der Industriekonzern auf dem etwa 22 Hektar grossen Gelände, keine 200 Meter südwestlich des Hauptbahnhofs von Winterthur, Lokomotiven her. In den 1980er-Jahren wurde die Produktion allmählich eingestellt. Ein erster Plan, alles abzureissen und einen Businesspark anzulegen, scheiterte am Widerstand der Bevölkerung und des Schweizerischen Architekten- und Ingenieurvereins. Also lobte Sulzer einen internationalen Wettbewerb aus, den 1992 Jean Nouvel mit dem Projekt «Megalou» gewann. Doch auch dieses wurde nie umgesetzt – aus Mangel an Grossinvestoren verfiel die Baubewilligung 2001 ungenutzt. Dies gab den Weg frei für kleinteiligere Prozesse mit Zwischennutzungen und Übergangslösungen.

Situation

Situation

Situation

Dieses inkrementelle Vorgehen wurde letztlich zu einem Musterbeispiel für die zeitgenössische Schweizer Stadtentwicklung, insbesondere für das Umnutzen von Industriearealen. Denn obwohl diese Aufgabe an Dutzenden Orten angegangen wurde, sind die Resultate oft enttäuschend, da häufig zu viele Spuren der Industriegeschichte ausgelöscht und gegen generische Gebäude ersetzt wurden. Anders beim Sulzer-Areal, wo viel Bausubstanz erhalten blieb und versucht wurde, mit neuen Strukturen ein Echo der Geschichte des Ortes zu schaffen.

Zu den frühen erfolgreichen Bausteinen gehört die Umnutzung der Kesselschmiede in der Halle 180 zur Architekturabteilung der ZHAW von Mäder + Mächler Architekten und Eppler Maraini Schoop (1991). Ab der Jahrtausendwende entstanden ergänzende Neubauten, Umbau- und Aufstockungsprojekte wie die Wohnüberbauung Lokomotive von Knapkiewicz & Fickert (2006) oder der Superblock von Adolf Krischanitz (2015). Einen eigenen Bereich bildet der Lagerplatz entlang der Gleise, den die Stiftung Abendrot seit 2014 ökologisch und sozialverträglich, gemeinsam mit Anwohner*innen entwickelte. Dort wurde beispielsweise 2021 der viel beachtete Umbau der Halle K.118 des Baubüros in situ aus Reuse-Bauteilen mit einer dreigeschossigen Aufstockung abgeschlossen.

Erdgeschoss | Plan: Oxid Architektur & HSAR

Erdgeschoss | Plan: Oxid Architektur & HSAR

Erdgeschoss | Plan: Oxid Architektur & HSAR

Die Umwandlung des Areals ist mit der Entwicklung von Werk 1 beziehungsweise unter dem neuen Label Lokstadt durch Implenia auf die Zielgerade eingebogen. Dort befinden sich unter anderem das Wohngebäude Krokodil von Baumberger Stegmeier und KilgaPopp aus Holz mit 248 Wohnungen (2021), daneben das Wohnhochhaus Bigboy von EM2N (2023), das nun gemeinsam mit den umgenutzten SLM-Hallen den nordwestlichen Abschluss hin zur stark befahrenen Zürcherstrasse definiert. Das auffälligste, weil am höchsten aufragende Bauwerk wird Rocket von Schmidt Hammer Lassen und Cometti Truffer Hodel Architekten werden. Dieser 100 Meter hohe Turm mit Wohnungen soll 2030 fertiggestellt werden und als Schlussstein neben dem Casino stehen.

Querschnitt | Plan: Oxid Architektur & HSAR

Querschnitt | Plan: Oxid Architektur & HSAR

Querschnitt | Plan: Oxid Architektur & HSAR
Schnitt | Plan: Oxid Architektur & HSAR

Schnitt | Plan: Oxid Architektur & HSAR

Schnitt | Plan: Oxid Architektur & HSAR

Haus im Haus

Eigentümerin Ina Invest – ein Immobilien-Spin-off der Implenia, der mittlerweile in die Cham Swiss Property Gruppe integriert wurde – schrieb 2020 einen Architekturwettbewerb für die Umnutzung der parallel zueinander liegenden Hallen Habersack und Rapide aus, bei dem die zukünftige Nutzung noch im Fluss war. Die Arbeitsgemeinschaft Oxid Architektur und Haefele Schmid Architekten gewann. Ein Gestaltungsplan gab die maximal mögliche Nutzfläche vor und die Denkmalpflege machte Vorgaben bezüglich der freizulassenden Flächen in den Hallen. Das zu bearbeitende Gebäudekonglomerat besteht aus zwei grossen Volumen und den zwei flankierenden Gebäudeteilen «Draisine» und «Kopfbau». Oxid und HSAR schlugen Co-Workingspaces in der Halle Habersack und ein dreigeschossiges Hotel in einem eingestellten Kubus für die Halle Rapide vor. Indem sie diesem das Bild von zwei grossen Zügen einschrieben, schufen sie eine ansprechende Metapher. Dass die Halle durch das «Haus-im-Haus-Konzept» nur geringfügig angetastet wurde, überzeugte die Jury besonders.

Im Verlauf des Vermietprozesses kamen dann die Swiss Casinos ins Spiel, mit denen im November 2021 ein Mietvertrag unterzeichnet wurde. Das Hotel wurde in der Folge zu Kabinetten für Spielautomaten adaptiert. Die eingestellte Box konnte dadurch kürzer und niedriger ausgeführt werden. Das schuf Platz für eine grosszügige Bar sowie Roulette-, Black-Jack- und Pokertische. Mit der Eröffnung schloss Swiss Casinos einen defizitären Standort in Schaffhausen; die Belegschaft zog mit.

Das Casino hat eine cineastische Atmosphäre, die an Filme wie «Blade Runner» erinnert. | Foto: Zeljko Gataric

Das Casino hat eine cineastische Atmosphäre, die an Filme wie «Blade Runner» erinnert. | Foto: Zeljko Gataric

Das Casino hat eine cineastische Atmosphäre, die an Filme wie «Blade Runner» erinnert. | Foto: Zeljko Gataric

Meister der Balance

Oxid Architektur ging aus dem Büro von Marianne Burkhalter und Christian Sumi hervor und firmiert seit 2020 unter dem neuen Namen. Geführt wird es von Yves Schihin und Urs Rinklef – beide waren schon vorher langjährig Partner. Über Jahrzehnte hat sich das Büro eine beeindruckende Expertise beim Bauen mit und im Bestand erarbeitet: vom Umbau und der Erweiterung des Hotels Zürichberg (1995), einem der frühen Schlüsselwerke mit einem schneckenhausartig sich aufschraubenden neuen Zimmertrakt, über die Sanierung der Stadthalle Zürich 2020 mit skulpturalen goldenen Rampen bis zum Gewerbe- und Bürohaus Buck 40 in Zürich (2025) mit einem brutalistisch anmutenden herausgeschnittenen Atrium – um nur einige zu nennen. Die Sprache verschob sich dabei in Nuancen, blieb in der Haltung aber bemerkenswert konstant: mit Respekt vor dem Bestand, gepaart mit dem gleichzeitigen Mut zu kraftvollen, klar als neu ablesbaren architektonischen Gesten und starken Farben.

Auch die Arbeiten von HSAR zeugen von einer vergleichbaren Sensibilität. Besonders hervorzuheben ist ihr Projekt in Gondo, wo im Herbst 2000 eine Gerölllawine ein Drittel des historischen Stockalperturms zerstörte. Durch eine Ergänzung mit Sichtbeton (2007) entstand eine stimmige Einheit, die sich harmonisch in den Bestand einfügt und zugleich die Geschichte des Gebäudes sowie der Katastrophe als prägendes Ereignis ablesbar macht.

Diese Balance aus Rücksicht und Setzung findet im Casino Winterthur erneut eine konsequente Ausformulierung.

Ein riesiger Jeton in der Wand an der Zürcherstrasse verweist humorvoll auf die neue Nutzung. | Foto: Zeljko Gataric
Die Ziegelfassaden der ehemaligen SLM-Hallen wurden mit Respekt vor dem Bestand behandelt. | Foto: René und Dimitri Dürr

Hereinspaziert

Die Ziegelfassaden der Lokhallen wurden mit grossem Respekt behandelt und der Spielbetrieb gibt sich von aussen nur dezent zu erkennen. Am deutlichsten erzählt ein riesiger Jeton, der aus der Wand an der Zürcherstrasse ragt, von der neuen Nutzung – vielleicht eine humorvolle Reminiszenz an die Kanonenkugel, die seit dem 17. Jahrhundert in einer Treppe des römischen Palazzo Colonna steckt? Wer durch die Flügeltüren mit ihrem Raster kleiner Bullaugen tritt, ahnt eine kulturelle Nutzung, erwartet aber kein überdrehtes Spektakel à la Las Vegas. Diese Diskretion ist programmatisch. Das Casino nimmt sich architektonisch zurück und hat dennoch viel Charakter. Die eigentliche Adressbildung passiert hinter den Fassaden in der Halle Habersack.

Eine Hälfte wurde freigelassen als öffentliche Passage und Zugang zu den verschiedenen Nutzungsbereichen. Im südwestlichsten Schiff sollen künftig in einem hölzernen Einbau ein Food Court und im Obergeschoss ein Fitnesscenter realisiert werden. Die sogenannte «Markthalle» formuliert die stärkste städtebauliche Geste des Projekts. Sie etabliert eine öffentliche Passage von der Zürcherstrasse zum Dialogplatz. Besonders charmant sind zwei eingestellte, umgenutzte Güterwagen, in denen WCs und Garderoben Platz gefunden haben. Sie erzählen ganz bildhaft von der früheren Bestimmung als Produktionsort von Schienenfahrzeugen. Im Alltag dient die Halle als riesiges Foyer für Casino, Fitness und Gastro. Sie hat das Potenzial, zu einer Quartiermitte zu werden, muss dazu aber kreativ und regelmässig bespielt werden.

Die Markthalle bildet eine öffentliche Passage von der Zürcherstrasse zum Dialogplatz und fungiert im Alltag als Foyer für das Casino und künftig auch für ein Fitness und einen Food-Court. | Foto: Zeljko Gataric

Die Markthalle bildet eine öffentliche Passage von der Zürcherstrasse zum Dialogplatz und fungiert im Alltag als Foyer für das Casino und künftig auch für ein Fitness und einen Food-Court. | Foto: Zeljko Gataric

Die Markthalle bildet eine öffentliche Passage von der Zürcherstrasse zum Dialogplatz und fungiert im Alltag als Foyer für das Casino und künftig auch für ein Fitness und einen Food-Court. | Foto: Zeljko Gataric

Den architektonischen Höhepunkt bildet die Halle Rapide mit dem eigentlichen Casino. Besonders beeindruckend ist ein raumprägender «Kronleuchter» über der Lok-Bar. Er hängt samt Regalen an einem Originalkran, mit dem früher die Lokomotiven bewegt wurden – über 15 Tonnen schwer. Die Verwendung der vorhandenen Kranbrücke als Aufhängung einer Lichtskulptur aus Glasbausteinen ist die eleganteste Geste des Projekts: Ein industrielles Bauteil bleibt im Dienst, wechselte aber vom Werkzeug zur pompösen, faszinierenden Festsaal-Insignie.

Die beiden bereits erwähnten grossen Holzvolumen, die wie abstrakte Züge wirken, sorgen für einen weiteren Wow-Effekt. Die Loks bilden das ikonografische Herz des Projekts. Mit der architekturgeschichtlichen Brille betrachtet, scheinen sie auf die von Robert Venturi und Denise Scott Brown humorvoll als «Ente» bezeichneten US-amerikanischen Roadside-Gebäude anzuspielen, bei denen die Form unmittelbar auf die Funktion hinweist. Nun werden hier aber keine Lokomotiven mehr gebaut und auch keine Modelleisenbahn ausgestellt. Die Metapher ist also eine Visualisierung der Vergangenheit, eine «duck from the past», eine Art metaphorischer Geist, manifestiert durch Architektur.

Innenräume der Loks sind in Holz gefasst und wirken überraschend wohnlich. Sichtbare Holzkonstruktion und schwarze Fliesen prägen die Atmosphäre. | Foto: Zeljko Gataric
Am hinteren Ende der Halle gibt es eine weitere Bar. | Foto: Zeljko Gataric

Zwei Gleise dienen den Loks als Setzlinien. Sie koppeln die Einbauten räumlich und konzeptionell an die ursprüngliche Logik der Halle. Betritt man die beiden Züge über deren gemeinsame Erschliessungsachse in ihrer Mitte, wird ihre Materialität spürbar. Holz und schwarze Kacheln in den Treppenhäusern lassen sie wohnlich wirken – ein angenehmer Kontrast zum eher kühlen Kosmos von Stahl- und Backstein der Halle. Beim Besuch wirkten die Kabinette mit den Spielcomputern introvertiert – ein Eindruck, der von der Wärme, welche die vielen Monitore der Spielecomputer absondern, gesteigert wird. Man spürt die Hoteltypologie nachklingen, auch wenn die Form und Gliederung der Räume mit den Slotmaschinen in Workshops mit dem Casino überarbeitet wurden. Man hätte in diesem Moment das Konzept jedoch radikaler überdenken und stärkere räumliche Bezüge zwischen den Bereichen von Grossem und Kleinem Spiel schaffen können – etwa ein spielerisches Konglomerat aus halboffenen Boxen, Stegen und Brücken. Der Betreiber wünschte sich aber explizit Räume, die ein fokussiertes Spielen ermöglichen – ein Glücksfall, denn soll die Halle künftig anderen Nutzungen dienen, können die Boxen ohne grossen Aufwand andere Funktionen übernehmen.

Grosser Bahnhof

Dass die gestalterische Konzeption des Casinos ausschliesslich auf den beiden Elementen Holzloks und Kronleuchter beruht, scheint auf den ersten Blick asketisch, ist aber klug: So bleibt die Halle gleichberechtigte Mitspielerin, die eingefügten Bilder und die industrielle Hülle bilden ein Gleichgewicht. Die Einbauten haben viel Charakter, sind aber gleichzeitig nicht zu mächtig, um die Wirkung der Halle selbst zu schmälern. Ihr basilikal anmutender Raum mit Obergadenfenstern und einem langen Prismaoberlicht im First, das Tageslicht in die Tiefe führt, bleibt auch nach der Umnutzung in seiner Wirkung unbeeinträchtigt – eine seltene Qualität für eine derart grosse Industriestruktur.Doch nicht überall in der Halle ist die Raumqualität gleich hoch: Die Loks entfalten ihre Kraft im Südosten besonders stark; dort sind sie freigestellt und etablieren einen Dialog mit der Bar und den Tischen des Grossen Spiels. Hier wurden sie gegen die Tiefe des Raumes inszeniert, und der Massstabssprung zwischen Halle und Einbau ist besonders beeindruckend. Neben und hinter den Zügen jedoch, auf den schmaleren Flächen, verlieren sie an Wirkung. Dort kann der Raum kaum atmen und die Züge bilden keine richtigen Fassaden aus, sondern haben – von niedrigen Bandfenstern abgesehen – geschlossene, schwarz lasierte Wände. Das macht die angrenzenden Bereiche gangartig, auch wenn da und dort ein Spielcomputer steht. Als sie noch als Hotelzimmer gedacht waren, hätten die Fassaden raumhohe vertikale Fenster haben sollen. Auf dem Holzeinbau gibt es zudem eine «Dachterrasse». Sie bietet Raum für Apéros und Bankette. Beim Besuch wirkte sie peripher, bietet aber die Möglichkeit, der faszinierenden Dachkonstruktion mit ihren Hetzer-Bindern ganz nah zu sein und wie von einem Belvedere das Treiben in der Halle unter sich zu beobachten.

Im kleineren Kopfbau im Norden an der Zürcherstrasse liegt ein separater Eventbereich. | Foto: Zeljko Gataric
Zwischen Casino, Eventbereich und Nachbargebäude spannt sich ein intimer Hof auf. | Foto: Zeljko Gataric

Veränderungen Antizipieren

Man wünscht dem Projekt – nicht unbedingt als Glücksspielort, sondern aus architektonischer Sicht und wegen seiner belebenden Rolle für das Quartier – gutes Gelingen. Wie gut die Architektur im Alltag beim Casinopublikum ankommen und ob sie die Kraft haben wird, eine kritische Menge über mehrere Jahre hinweg an die Spieltische und Automaten zu ziehen, wird sich zeigen. Es scheint, Architekt*innen und Investorin haben eine Architektur gesucht, in der mögliche Nachnutzungen bereits mitgedacht wurden. Die Loks und der Kronleuchter scheinen stark genug, um künftige Umnutzungen überdauern zu können.

Beim Besuch an einem Montagabend im April verteilten sich etwa dreissig Personen in der grossen Halle des Casinos und die Markthalle wirkte still. Jetzt, wo das Casino in den ersten Sommer geht, wird es spannend sein zu beobachten, wie es den öffentlichen Raum der Lokstadt zu aktivieren hilft. Die grossen Tore können zum Dialogplatz hin geöffnet und die Bar besucht werden, ohne den kontrollierten Bereich des Casinos zu betreten. Platz und Hallen können so zu einer räumlichen und atmosphärischen Einheit verschmelzen und tatsächlich zu einem Portal für die Lokstadt werden – ein guter Grund für die Redaktion wiederzukommen, noch bevor Rocket in den Himmel schiessen wird.

Auf den Holzeinbauten erstreckt sich eine Terrasse, welche die Besucher*innen ganz nah an die faszinierenden Hetzer-Binder aus Stahl und Holz bringt, die das Dach tragen. | Foto: Zeljko Gataric

Auf den Holzeinbauten erstreckt sich eine Terrasse, welche die Besucher*innen ganz nah an die faszinierenden Hetzer-Binder aus Stahl und Holz bringt, die das Dach tragen. | Foto: Zeljko Gataric

Auf den Holzeinbauten erstreckt sich eine Terrasse, welche die Besucher*innen ganz nah an die faszinierenden Hetzer-Binder aus Stahl und Holz bringt, die das Dach tragen. | Foto: Zeljko Gataric

Der Essay wurde von Jørg Himmelreich für Arc Mag 2026–3 verfasst. Bestellen Sie Ihr Exemplar hier.

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