Genossenschaft Herzetappe 10
8636 Wald,
Schweiz
Veröffentlicht am 09. April 2026
Herzetappe 10 c/o Gemcop AG + Furter Architektur
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Für die gemeinnützige Genossenschaft steht Entwicklung im Zentrum. Die Gruppe beschreitet mit dem Projekt neue Wege des Zusammenlebens und probt demokratischer Prozesse. Jede und jeder Einzelne ist wichtig, um gemeinsam zu entwickeln und gestalten. Der Mehrgenerationenhaushalt ermöglich Austausch und gegenseitige Hilfe. Wissen kann weitergegeben werden, das Zusammenleben und Konflikte aus verschiedenen Perspektiven gestaltet werden
Die ursprüngliche Form des ehemaligen Doppelbauernhauses, welches durch das Spitalamt Winterthur für seine Lehner vor 250 Jahren gebaut hat, ist nicht mehr einfach auszumachen. Eine Erweiterung vor rund 100 Jahren hat das Volumen massgebend verändert. Durch ein baugeschichtliches Gutachten wurde eine gute Grundlage geschaffen für eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz.
Die beiden einzigen, verbleibenden inneren Riegelwände wurden zu Tage geholt und bleiben sichtbar. Eine neue Trennwand, die als Tragwand das Haus in den unteren beiden Geschossen abstützt, kommt in den Dialog mit den alten Riegelwänden. Sie tragen die Mittelachse des Hauses. Die alten Geschossbalken bleiben bestehen. Sie wurde geteilt und an neue Träger fixiert, die über Stützen getragen werden. Damit konnten die Böden leicht begradigt und die Geschosshöhen vergrössert werden.
Das gesamte Holzwerk, die Mitteltragwand ausgenommen, wurde aus Mondholz erstellt, das im Winter 2022 am Bachtel geschlagen wurde. Ebenso sind die Fenster aus diesem Holz geschnitten worden und bleiben unbehandelt. Die alten Fenstergewände aus Sandstein vom Obersee sind durch neue ersetzt worden und geben dem Haus im muralen Erdgeschoss einen kraftvollen Ausdruck. Die Fassadenverkleidung aus rein Mineralischem Dämmputz wurde, wie es traditionell gemacht wurde, mit Holzleisten verstärkt an den Riegelwänden im Obergeschoss befestigt.
Architekt Thomas Furter ist ein Pionier im Umgang mit Naturbaustoffen und Kreislaufbau. Mit Stroba hatte die Bauherrschaft eine Partnerin mit grosser Erfahrung mit Naturbaustoffen. Für die Sanierung setzte man vor allem auf lokales Handwerk. So konnten die Transportwege kurz und das erworbene Wissen in der Region gehalten wreden. Dies spiegelt sich jetzt auch in der grossen Sympathie die uns von Unternehmern, Nachbarn und der Gemeinde entgegenkommt. Die verbauten Werkstoffe bestehen zu 95 Prozent aus natürlichen lokalen Materialien, hauptsächlich Mondholz vom Bachtel, Holzfaserdämmung, Schafwolle, Hanf, Lehm und Kalk. Die Energie und das Klima welches diese Materialien schaffen bieten eine Umgebung in der Menschen gesund und positiv miteinander leben können. Auf Giftstoffe, Plastik, Leim und Schaum wurde deshalb verzichtet.
Die verbauten Werkstoffe können nach deren Nutzung wieder in den Kreislauf zurückgeben werden. Lehm und Kalk sind Baustoffe mit kurzen Transportwegen, atmungsaktiv, regulieren die relativen Luftfeuchte, haben eine hohe Dichte, eignen sich gut zur Wärme- und/oder Kältespeicherung. Pelletheizung mit Wandheizungen welche im Lehm eingebettet sind. Mit Strahlungswärme kann drei bis vier Grad tiefer beheizt werden, für die gleiche empfundene Behaglichkeit.
Heizwärmebedarf
Grenzwert für Umbauten QH,li der einzuhalten oder zu unterschreiten ist: 53,5 kWh/m² Jahr
Grenzwert für Neubauten: QH,li 35.7 kWh/m² Jahr
Projektwert: QH 31.4 kWh/m² Jahr
Energiebezugsfläche: 740 m²
Das Projekt wurde von Herzetappe 10 c/o Gemcop AG hochgeladen und von Jørg Himmelreich und Dane Tritz publiziert.