Arealgestaltung Mariastein
4115 Metzerlen-Mariastein,
Schweiz
Veröffentlicht am 15. April 2026
Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Projektdaten
Basisdaten
Beschreibung
Das Benediktinerkloster Mariastein am Dreiländereck ist der zweitwichtigste Pilgerort der Schweiz. Besonders ist die Lage am steilen Hang und die im Felsen gelegene Gnadenkapelle – der Ursprung und das Herzstück des Klosters.
Der lineare Klosterplatz wird zukünftig als Bindeglied der Gesamtanlage mit ihren denkmalgeschützten Bauten dienen und die Rolle des Empfangs übernehmen – als Ort des Übergangs zwischen profaner und sakraler Welt. Durch die neue Verkehrsführung wird er frei von Bushaltestelle, Autoverkehr und Parkplätzen; zusätzlich werden neue Rundwege für den Langsamverkehr geschaffen.
Mittels des prägenden Elements der Klostermauer, welches an wichtigen Stellen erweitert oder geöffnet und durch leichte Dächer und massive Sitzmöglichkeiten ergänzt wird, entstehen verschiedene Räume mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten. Etwa ein Hortus Conclusus (Blick zur Erde), ein Pavillon als Pilgerforum (Blick zum Himmel) und ein Wasserspiegel (Blick zum Himmel auf Erden). Diese Trias bricht die Linearität des Hauptplatzes, führt zu Wechseln in der Blick- und Gehrichtung und leitet von der profanen zur sakralen Umgebung. An den Hauptplatz angrenzend und seitlich des Vorplatzes zur Basilika treten zwei weitere Vorräume auf: die neue Aussenpassage zu den Kapellen und der neu zugängliche Platanenhof zum Kloster. Im Sinne des Genius Loci tritt bei der Gestaltung der Stein in den Vordergrund: als hindernisfreier und wasserdurchlässiger Teppich aus drei verschiedenen Pflastersteinarten und sechs Steinfarben sowie als grosse Kunst- und Kalksteinblöcke, die verschiedene Nutzungen aufweisen. Sie dienen als wegweisende Elemente und implizite Signaletik; sie lassen den Klosterplatz zur mineralischen Landschaft und zum Gegenüber der umgebenden Bepflanzung werden. Durch kleine, behutsame Eingriffe und das Stärken vorhandener Qualitäten wird der Klosterplatz zu einem «Dritten Raum» mit einladender Atmosphäre, flexibler Nutzung und Möglichkeiten der Aneignung – und schliesslich ein Platz für alle.
Das Projekt von Atelier Ehrenklau Hemmerling wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.