Transformation eines Lagergebäudes zu Wohnungen
4058 Basel,
Schweiz
Veröffentlicht am 01. April 2025
Buol & Zünd Architekten
Teilnahme am Swiss Arc Award 2025
Projektdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Buol & Zünd Architekten haben mit der Transformation eines Lagerhauses in Basel ein radikal nachhaltiges Projekt umgesetzt: Der Bestand wurde möglichst unverändert weiterverwendet. Das Gebäude an der Isteinerstrasse 82 im Norden Basels wurde zu einem Wohnhaus transformiert. Seine tragfähige Betonstruktur, die grosszügige Südfassade und die bestehende Tiefgarage bilden die Grundlage für neue Grundrisse und vielfältige Wohnungstypen. Gerundete Wände führen das Licht tief ins Gebäude und akzentuieren die skulpturale Struktur. Auf den Dächern entstanden kleine Gärten als Ersatz für den fehlenden Hofraum – ein Beispiel für ressourcenschonendes Weiterbauen im dichten Stadtgefüge.
Das Gebäude liegt im dicht bebauten, ehemals industriell geprägten Kleinbasel, unweit der französischen Grenze. Zwischen Gewerbebauten, Bahnlinien und Wohnhäusern entstand eine urbane Nachbarschaft mit wachsender Durchmischung. Die Transformation des Lagerhauses fügt sich in diesen Kontext ein, indem sie den Bestand erhält und seine Präsenz im Quartier stärkt – als Beitrag zu einer ressourcenschonenden Stadterneuerung.
Die Herausforderung lag darin, die Widersprüche des ehemaligen Lagerhauses nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt zu begreifen – und daraus eine atmosphärische Wohnqualität zu entwickeln. Die robuste Tragstruktur ermöglicht ein freies Setzen von Wänden und somit die Entwicklung unterschiedlich grosser Wohnungen – kleinere im Erdgeschoss, mittlere im ersten und grössere im zweiten Obergeschoss. Die Grundrisse reagieren auf die wechselnde Besonnung in den Geschossen.
Gerundete Raumtrennungen inszenieren die skulpturale Struktur des Hauses und führen das Licht sanft in die Tiefe. Entlang der Brandwand wurde ein Erschliessungsgang angelegt, dessen runde Eingangsräume als kleine Entrees gestaltet und individuell möblierbar sind. Die im leicht überhöhten Mittelbau vorhandene Haupttreppe mit Lift blieb erhalten und strukturiert den neuen Grundriss.
Da im Hofraum keine privaten Aussenräume separiert werden durften, entstanden auf den Dächern private Gärten als Erweiterung des Wohnangebots. Die Umnutzung zeigt, dass der Bestand nicht als Einschränkung, sondern als Quelle räumlicher und atmosphärischer Qualität verstanden werden kann – als Bau, der seine Geschichte weiterschreibt und zugleich neue Wohnformen ermöglicht.
Das Projekt wurde von Buol & Zünd Architekten für den Arc Award 2025 und die Ausstellung bei der architekTOUR Basel 2026 eingereicht und von Jørg Himmelreich publiziert.