Wohn- und Gewerbeüberbauung Euw
6314 Unterägeri,
Schweiz
Veröffentlicht am 23. Juli 2026
Röck Baggenstos Item Eyer Architekten AG
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Drei punktförmige Gebäude nehmen die unterschiedlichen öffentlichen Nutzungen auf, die jeweils in den Erdgeschossen untergebracht sind: Physiotherapie, Museum/Mehrzweckraum und Kindergarten. Die punktförmigen Bauten übernehmen die Massstäblichkeit und Körnung des Ortes. Die kurzen Gebäudeseiten sind bewusst nicht rechtwinklig ausgebildet, wodurch die Volumen eine zusätzliche Dimension erhalten und insgesamt kleiner erscheinen.
Die Komposition der Neubauten sowie die Lage der Tiefgarage ermöglichen den Erhalt der vitalen und gesunden Stieleiche am Rand der Parzelle entlang der Alten Landstrasse. Mit dem Bebauungsvorschlag kann der parkartige Charakter des Areals bewahrt werden. Dieser vermittelt zwischen den sehr heterogenen Bereichen des Umfelds.
Die Wohnungen in den Obergeschossen organisieren sich jeweils um eine Eckloggia. Diese öffnet den Innenraum zu den Ecken hin und lässt ihn dadurch grosszügiger erscheinen. Gleichzeitig ermöglicht sie den Bewohnerinnen und Bewohnern, die Aussicht auf die Voralpen zu geniessen. Das Attikageschoss wird bewusst abgesetzt und durch eine abweichende Materialisierung hervorgehoben. Dadurch tritt das oberste Geschoss als eine Art Dachgeschoss in Erscheinung und vermittelt zwischen den umliegenden Bauten.
Die Gebäude werden in Einsteinmauerwerk ausgeführt und mit Aerogel-Dämmputz verputzt. Die Fenster im Erdgeschoss werden von Elementen aus Glasfaserbeton gerahmt, wodurch die dort untergebrachten öffentlichen Nutzungen auch nach aussen hin ablesbar werden. In den Obergeschossen erhalten die Fenster hingegen lediglich eine Rahmung aus differenziert ausgeführtem Putz.
Das Attikageschoss wird vollständig mit Blech in Stehfalztechnik verkleidet und hebt sich dadurch deutlich von den darunterliegenden Geschossen ab. Gleichzeitig entsteht eine zeitgemässe Interpretation eines Steildachs. Die Materialisierung unterstreicht den monolithischen Charakter der Baukörper. In ihrem heterogenen Umfeld strahlen die Gebäude dadurch Ruhe und Klarheit aus.
Das Projekt wurde von Röck Baggenstos Item Eyer Architekten eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.