Interview: Massstäbe in Architektur und Ökologie

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Veröffentlicht am 30. März 2026

Richard Koehli

Richard Koehli

Richard Koehli

Fenster prägen nicht nur die Architektur eines Gebäudes, sie beeinflussen heute auch wesentlich Energieeffizienz, Wohnkomfort und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig verändern neue Technologien, gestiegene Designansprüche und strenge Klimaziele die Anforderungen an moderne Bauelemente rasant. Grund genug, mit jemandem zu sprechen, der diese Entwicklungen seit Jahren aus nächster Nähe begleitet: Richard Koehli, Area Sales Manager für die Schweiz bei Veka.

Herr Koehli, stellen Sie unseren Leser*innen die Veka AG bitte kurz vor.

Sehr gern. 1969 als kleiner acht Personen Betrieb gestartet, hat sich das Unternehmen aus Deutschland über die Jahrzehnte zum Weltmarktführer von Kunststoffprofilsystemen für Fenster und Türen entwickelt – mit heute mehr als 40 Standorten rund um den Globus. Diese Entwicklung basiert auf dem kompromisslosen Qualitätsverständnis: Veka produziert ausschliesslich Profile der Klasse A nach EN 12608, also der höchsten Wandstärkenklasse der Norm. Unsere Partner können sich auf eine sehr hohe Stabilität, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit verlassen – Eigenschaften, die heute wichtiger sind denn je.

Die Diskussion über Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ist heute präsenter denn je. Welche Entwicklungen bestimmen aktuell den Schweizer Fenster- und Fassadenmarkt?

Die Themen haben sich in den letzten Jahren stark verschoben. Heute sprechen wir nicht mehr nur über Dämmwerte, Schallschutz oder Materialwahl, sondern über ganzheitliche Gebäudekonzepte. Energieeffizienz, Kreislauffähigkeit und CO2-Reduktion stehen dabei klar im Fokus. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Design und Funktionalität. Kunststofffenstersysteme, wie wir sie bei Veka entwickeln und produzieren, haben in diesem Kontext eine neue Bedeutung gewonnen – sie verbinden hohe Leistungswerte mit nachhaltigen Materialkreisläufen – und das bei attraktiver Wirtschaftlichkeit. Diese Kombination trifft die Anforderungen moderner Bauprojekte sehr genau.

Hochwertige Fenster­designs mit eleganten Veka Oberflächen – für ein stilsicheres Ambiente innen wie aussen. | Foto © Veka Schweiz AG

Hochwertige Fenster­designs mit eleganten Veka Oberflächen – für ein stilsicheres Ambiente innen wie aussen. | Foto © Veka Schweiz AG

Hochwertige Fenster­designs mit eleganten Veka Oberflächen – für ein stilsicheres Ambiente innen wie aussen. | Foto © Veka Schweiz AG

Viele Architekt*innen haben ihre Sichtweise auf Kunststofffenster in den letzten Jahren verändert. Woran liegt das?

Der Perspektivenwechsel ist tatsächlich deutlich spürbar. Lange Zeit war das Kunststofffenster mit gewissen Vorurteilen behaftet – etwa hinsichtlich Optik oder Wertigkeit. Doch diese Bilder entsprechen längst nicht mehr dem Stand der Technik. Heute überzeugen hoch entwickelte Profilsysteme mit beeindruckender Gestaltungsvielfalt und mit Oberflächen, die in Haptik und Design völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Architekt*innen merken zunehmend, dass Kunststofffenster nicht nur höchst funktional und rentabel sind, sondern ästhetisch perfekt ins moderne Bauen passen.

Sie sprechen die Oberflächen an. Welche Tendenzen beobachten Sie 2026 im Bereich Farben und Materialanmutung?

Ein grosser Trend ist die Kombination von gedeckten Farben mit matten Oberflächen. Mit unseren beiden Eigenentwicklungen Veka Spectral und Veka Feinstruktur bedienen wir diesen Anspruch sehr gezielt. Veka Spectral steht für ultramatte, nahezu reflexionsfreie Oberflächen, die besonders im hochwertigen Wohnungs- und Objektbau gefragt sind. Veka Feinstruktur hingegen bietet die Optik von pulverbeschichteten Aluminiumfenstern – auf Basis eines Kunststoffprofils. Das ermöglicht eine völlig neue gestalterische Annäherung an metallische Fassaden, ohne auf die Materialvorteile von PVC verzichten zu müssen. Die Nachfrage nach farbigen Fenstern steigt generell weiterhin an.

Veka Feinstruktur ist optisch kaum von pulver­beschichtetem Aluminium zu unterscheiden. | Foto © Veka Schweiz AG & Wolf Storen

Veka Feinstruktur ist optisch kaum von pulver­beschichtetem Aluminium zu unterscheiden. | Foto © Veka Schweiz AG & Wolf Storen

Veka Feinstruktur ist optisch kaum von pulver­beschichtetem Aluminium zu unterscheiden. | Foto © Veka Schweiz AG & Wolf Storen

Lassen Sie uns über Kreislaufwirtschaft sprechen. Wie wichtig ist Recycling für Veka?

Recycling ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Veka betreibt das grösste Recyclingnetzwerk der gesamten Fensterbranche – mit einer Kapazität von rund 100 000 Tonnen pro Jahr. Alte Fenster aus PVC können nahezu vollständig recycelt werden und das daraus gewonnene Rezyklat wird als hochwertiger Rohstoff in die Produktion zurückgeführt. Das funktioniert in einem geschlossenen Materialkreislauf und ohne Qualitätsverluste. Damit schaffen wir die Grundlage, dass Kunststofffenster nicht nur energie­effizient, sondern auch nachhaltig sind.

Gibt es ein aktuelles Baupobjekt, das zeigt, was moderne Kunststofffenster heute leisten können?

Ja, und zwar ein besonders beeindruckendes: der neue Bürokomplex der Wolf Storen AG im St. Galler Rheintal. Das Projekt verbindet futuristische Architektur mit einer lebendigen Farb- und Formensprache und zeigt eindrucksvoll, wie kreativ und hochwertig Kunststofffenster im Objektbau eingesetzt werden können. Das verantwortliche Architekturbüro indra+scherrer ag hat die gestalterischen Möglichkeiten konsequent genutzt und mit Fenstern vom Schweizer Veka Partnerbetrieb Blumer Fensterwerke ein Gebäude realisiert, das gleichzeitig ästhetisch, funktional und energetisch überzeugt.

Kunststofffenster aus Veka Profilen bringen Ästhetik und Technik in Einklang – eindrucksvoll sichtbar am Firmensitz der Wolf Storen AG in Sennwald. | Foto © Veka Schweiz AG & Wolf Storen

Kunststofffenster aus Veka Profilen bringen Ästhetik und Technik in Einklang – eindrucksvoll sichtbar am Firmensitz der Wolf Storen AG in Sennwald. | Foto © Veka Schweiz AG & Wolf Storen

Kunststofffenster aus Veka Profilen bringen Ästhetik und Technik in Einklang – eindrucksvoll sichtbar am Firmensitz der Wolf Storen AG in Sennwald. | Foto © Veka Schweiz AG & Wolf Storen

Zum Abschluss: Welche Entwicklungen werden den Schweizer Fenstermarkt in den kommenden Jahren prägen?

Drei Punkte stechen heraus: Erstens wird die energetische Sanierungsrate steigen müssen – und Kunststofffenster werden dabei eine Schlüsselrolle einnehmen. Zweitens wird das Thema Kreislaufwirtschaft weiter an Bedeutung gewinnen. Und drittens wird die Verschmelzung von Design, Digitalisierung und Funktion das Fenster der Zukunft prägen. Veka arbeitet in allen Bereichen intensiv an kreativen Lösungen, die dem Markt nicht nur folgen, sondern ihn aktiv mitgestalten werden.

Das Interview entstand in Zusammenarbeit mit der Veka AG.

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