Cité-de-Pesay

 
1212 Lancy,
Schweiz

Veröffentlicht am 07. April 2026
JACCAUD + ASSOCIÉS SA
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

Ansicht der Avenue Eugène Lance Ansicht der Haltestelle Lancy-Bachet Ansicht der Route de St-Julien Innenhof Fassade Route de St Julien Passage Route de St Julien Passage Avenue Eugène-Lance Treppenhaus – Gebäude Turidomus Treppenhaus – Gebäude Turidomus Treppenhaus – Gebäude Turidomus Wohnung mit doppelter Raumhöhe Wohnung mit doppelter Raumhöhe Fensterdetail Wohnung im 8. Obergeschoss Wohnung im 8. Obergeschoss

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Chemin des Anémones 2,4,6,8 / Avenue Eugène Lance 86, 88, 90, 1212 Lancy, Schweiz
Projektkategorie
Gebäudeart
Fertigstellung
01.2024

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
6 bis 10
Anzahl Kellergeschosse
1
Anzahl Wohnungen
228
Grundstücksfläche
11'780 m²
Geschossfläche
25'810 m²
Gebäudevolumen
111'000 m³
Gebäudekosten (BKP 2)
85,0 Mio. CHF

Beschreibung

Als Gewinner eines offenen SIA-142-Wettbewerbs aus dem Jahr 2016 in einem stark im Wandel befindlichen Gebiet in der Nähe der Haltestelle «Bachet» des Léman Express schlägt das Projekt zwei prägnante Baukörper mit unterschiedlichen Eigenschaften vor, die sich beidseits der Route de Saint-Julien gegenüberstehen und gemeinsam ein kohärentes neues Stadtensemble bilden.

Die Cité-de-Pesay, westlich der Route de Saint-Julien gelegen, weist eine Volumetrie auf, die sich um einen grossen, geschützten öffentlichen Garten organisiert. Ihre äussere Fassade knickt subtil, um die komplexen Geometrien des Ortes aufzunehmen und die Wahrnehmung des Bauvolumens zu gliedern. Entlang der Strasse begleitet ein bepflanzter Raum diese Faltungen und verleiht ihr den Charakter eines städtischen Boulevards mit grosszügigen Trottoirs und belebten Erdgeschosszonen. Überdeckte Durchgänge gewährleisten die Durchlässigkeit zwischen dem öffentlichen Raum und dem inneren Garten. Zur Avenue Eugène-Lance hin wendet sich das Gebäude mit einem orthogonaler geformten Volumen, das die Figur der Promenade des Crêtes ergänzt und eine Bauhöhe formuliert, die im Dialog mit dem gegenüberliegenden Baukörper steht. Gartenseitig vervielfachen drei rechtwinklig angeordnete Baukörper die Länge der geschützten Fassaden und ermöglichen vielfältige Wohnungsgrundrisse: durchgesteckt oder als Eckwohnungen mit zweiseitiger Orientierung.

Das Programm organisiert sich um sieben Treppenhäuser und umfasst gemeinnützige Mietwohnungen für die Fondation Turidomus und die Fondation communale immobilière de Lancy (FCIL), studentisches Wohnen, zwei Gewerbeflächen sowie eine Betreuungseinrichtung für die schulergänzende Tagesstruktur. Die Wohnungen der FCIL befinden sich in den beiden ersten Eingängen an der Avenue Eugène-Lance und profitieren mehrheitlich von Ausblicken in die Landschaft nach Osten. Die Wohnungen der Fondation Turidomus zeichnen sich durch eine grosse typologische Vielfalt aus, die sich an Wohnungsgrösse und Lage im Gebäude orientiert: durchgesteckte Wohnungen, Wohnungen mit doppelter Ausrichtung zum Garten sowie Attikawohnungen mit grosszügigen Balkonen. Diese Vielfalt reagiert auf die jeweiligen spezifischen räumlichen Potenziale. Entlang der Route de Saint-Julien verfügen einzelne Wohnungen über zweigeschossige Wohnräume, die den Blick in die Landschaft, auf den Salève und die Alpen inszenieren und zugleich auf die starken Lärmbelastungen durch die Verkehrsinfrastruktur reagieren. Die Verwendung eines handgefertigten Ziegels in der Aussenfassade verleiht dem Ensemble Robustheit und Dauerhaftigkeit gegenüber den Anforderungen des Standorts und schafft zugleich eine warme Materialität. Die Variation des Ziegeltyps in den obersten Geschossen ermöglicht einen Massstabsübergang zu den Nachbarbauten und nimmt Bezug auf das Gebäude des Trèfle d’Or, das sich durch den kontrastreichen Einsatz zweier Natursteine auszeichnet.

Das Projekt von Jaccaud + Associés wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert. 

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