Im Heuried
8003 Zürich,
Schweiz
Veröffentlicht am 16. April 2026
spillmann echsle architekten ag
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Städtebaulich ist das Wohnquartier Heuried von den späten Vierzigerjahren geprägt. Im Bauboom der Nachkriegszeit entstand ein Wechsel vom urbanen Blockrand zur Zeilenbauweise. Weite Grünräume bilden ein parkartiges Wohnumfeld, das auch noch heute das Quartier charakterisiert. Der Ersatzneubau entspricht im Grunde einer Zeile unter Einbezug der aktuellen baurechtlichen Vorschriften. Mit der schmalen Fassade zur Strasse fügt sich das Gebäude in den städtebaulichen Rhythmus ein. An seiner Längsseite ist das Gebäude zum Park hin gestaffelt. Diese Abtreppung bildet für die Wohnungen mehrseitige Ausrichtungen. In jede Staffelung fügen sich die Balkone ein, verschmelzen mit der Gebäudegeometrie und optimieren die Privatsphäre der Bewohner*innen. Aber auch das Attikageschoss verschmilzt mit dem Baukörper zu einer volumetrisch kubisch verspringenden Form. Das obere Vollgeschoss und das Attikageschoss sind farblich leicht abgesetzt, was das Gebäude visuell an den Massstab der niedrigeren Nachbargebäude angleicht. Pro Geschoss fügen sich vier unterschiedliche Wohnungen in den gestaffelten Grundriss ein. Zwei grössere Familienwohnungen umklammern zwei Kleinwohnungen. Insbesondere die Familienwohnungen sind räumlich vielfältig. Der grosszügige Wohnraum im Südosten beziehungsweise Südwesten geht fliessend in die offene Küche zwischen den Zimmerschichten an der Nordfassade über.
Jede Wohnung hat jeweils nebst einem gemeinsamen Bad oder einer Dusche ein Schlafzimmer mit einem speziell zugeordneten Badezimmer. Aus dem Untergeschoss zieht sich konstruktiv der massive, aussteifende Treppenhauskern bis unter das Dach. Im Hochparterre wechselt die massive Konstruktion in Holzelementbauweise. Holzbalken in einem rigiden Schottenraster spannen Sichtholzdecken auf. Die Kombination aus Sichtholzdecken, Holzbalken und fugenlosem Gussboden verleiht den Wohnungen einen individuell rohen Charakter und unterstreicht das flexible Wohnen. Der Holzbau manifestiert sich nach aussen hin in der vorgehängten Holzfassade aus vertikalen sägerohen Schalungsbrettern. Der Aussenraum ist quartiertypisch begrünt und erschlossen und zeigt im Zusammenspiel mit der Gebäudevolumetrie prototypisch die Quartierentwicklung einer Aufzonung der Regelbauweise und den Umgang mit Ersatzneubauten.
Das Projekt von spillmann echsle architekten wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.