More Than a Door – Durchbruch Kunsthalle Bern

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3005 Bern,
Schweiz

Veröffentlicht am 03. März 2026
ALIAS architects GmbH
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

More Than a Door, Kunsthalle Bern, Aussenansicht More Than a Door, Kunsthalle Bern, Aussenansicht More Than a Door, Kunsthalle Bern, Aussenansicht More Than a Door, Kunsthalle Bern, Detail More Than a Door, Kunsthalle Bern, Detail More Than a Door, Kunsthalle Bern, Innenansicht

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Helvetiaplatz 1, 3005 Bern, Schweiz
Projektkategorie
Fertigstellung
03.2025

Beschreibung

Ein Durchbruch – 106-Jährige Geschichte einer verschlossenen Wand: 25 Millimeter Edelputz, 550 Millimeter Mauerwerk, Jute, Gips und über 26 Farbschichten – Kunstwerke aus den letzten 55 Jahren. Wir brechen durch eine der vielen Geschichten der Gegenwartskunst – jene der Kunsthalle Bern. 2023 wurde die Kunsthalle Bern darüber informiert, dass ab 2026 aufgrund der Brandschutzvorschriften und der Tatsache, dass das Gebäude nicht über genügend Fluchtwege verfügt, nicht mehr als fünfzig Personen im Gebäude empfangen werden dürfen. Die Konsequenz: ein Einschnitt in die öffentliche Nutzung, eine Einschränkung kultureller Teilhabe. Die Herausforderung wurde angenommen, um eine effektive Lösung zu finden, damit die Besucher*innenzahlen nicht drastisch eingeschränkt werden müssen. Gleichzeitig wollten wir aus dieser Notsituation neue Möglichkeiten schaffen. In einer Skizze der Kunsthalle Bern von 1917 fanden wir eine Spur – einen Türdurchbruch zum rückwärtigen Garten, geplant, aber nie ausgeführt. Die Idee lag vor uns, unvollendet. Wir griffen sie auf. Anstelle eines aufwendigen, separaten Fluchtwegs entschieden wir uns für eine einzige Öffnung – eine Tür, die direkt ins Freie führt. Kein Bruch mit dem Bestand, sondern eine Fortsetzung des Bestands. In gewisser Weise gehen wir in der Zeit zurück, um diese Realisierung möglich zu machen, mit der Vorstellung einer Institution, die eng mit dem Garten auf der Rückseite des Gebäudes verbunden ist. Der bescheidene und lokale Eingriff deutet den Raum um. Das Durchbrechen der Wand ermöglicht eine Verbindung zum Aussenraum und das Auflösen einer Schwelle. Der neue Durchgang schafft Verbindung – zwischen Innen und Aussen. Er verändert das Gebäude nicht, er öffnet es. Die neue Öffnung blickt in den Garten. Von aussen reflektieren sich die Kastanienbäume in der Scheibe und verschmelzen mit ihr. Je nach Licht lässt sich das Dazwischen erahnen. Das Vordach wölbt sich leicht – es hebt sich bei bestimmten Anlässen. Eine Geste. Kein Symbol, sondern eine performative Verformung, die auf eine offene Institution hinweist, ein Zeichen des Willkommens. Die neue Notausgangstür erfüllt nicht nur eine dringende und essenzielle Sicherheitsanforderung – sie soll zugleich einen Mehrwert schaffen: eine Verbindung zur Umwelt und einen ersten Schritt zum Abbau von Barrieren. Dieses Projekt wurde von ALIAS im Dialog mit dem Vorstand der Kunsthalle Bern (Berit Seidel, Hannah Rocchi, Esther Schönenberger Bloch, Benjamin Dodel), einem externen Sounding Board (Philip Ursprung, Thomas Wüthrich, Truwant+ Rodet+, Philippe Pirotte, Beate Schlingelhoff), der Denkmalpflege, der Gebäudeversicherung Bern (GVB) und Stadtgrün Bern erstellt.

Das Projekt von ALIAS architects wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.

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