Umbau Fachwerkhaus Zolli
8702 Zollikon,
Schweiz
Veröffentlicht am 03. März 2026
ALIAS architects GmbH
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Projektdaten
Beschreibung
Das Fachwerkhaus mit seinen unregelmässig angeordneten Fenstern befindet sich im historischen Zentrum von Zollikon und weist Spuren eines Baus aus dem 17. Jahrhundert auf. Weitere Renovierungen stammen aus dem 19. Jahrhundert, spätere Anbauten aus den 1950er- und 1970er-Jahren. Die räumliche Anordnung des ursprünglichen Grundrisses ist nicht mehr erkennbar. Die Innenräume scheinen von den Renovierungen der 1970er-Jahre geprägt zu sein, die den skurrilen Stil des damaligen Eigentümers widerspiegeln. Diese Eingriffe zeugen von einer Überschwänglichkeit, die im Kontrast zum pragmatischen Kern aus dem 17. Jahrhundert steht. Das Haus verkörpert somit die Fähigkeit, Zeugen verschiedener Epochen zu beherbergen und zu feiern. Es repräsentiert auch die Dichotomie zwischen Innen und Aussen: die Unabhängigkeit zwischen Körper und Hülle, ihren Gegensatz und die poetischen Risse, die daraus entstehen. Das Projekt versucht somit, subtil in eine chaotische Struktur einzugreifen und eine räumliche Choreografie zu schaffen, die neue Verbindungen zwischen den verschiedenen Raumtypen herstellt. So entstehen neue Beziehungen durch Treppen und Öffnungen zwischen Aussen- und Innenräumen sowie zwischen dem ursprünglichen Hauskörper und seinen Erweiterungen. Wo sich früher in einem Stahlcontainer ein Innenpool befand, befindet sich heute ein Wohnbereich, der sich zum Garten und zum umliegenden Dorf hin öffnet.
Das unterirdische, präfabrizierte Hallenbad aus den 1970er-Jahren ist ein Relikt vergangener Bedürfnisse. Nach fünfzig Jahren erfüllt es weder Bedarf, Komfort noch technische Anforderungen. Durch minimale Eingriffe verwandelt es sich von einem obsoleten, aussergewöhnlichen Raum in ein Wohnzimmer. Geschickte Öffnungen zum Aussenraum und die Verlegung eines neuen Bodens hauchen ihm neues Leben ein. Eine direkte Öffnung wurde in das senkrecht profilierte Stahlblech eingeschnitten und von aussen mit Beton verstärkt. Dadurch entsteht nicht nur eine visuelle Verbindung zum unteren Aussenraum, sondern es wird auch die einzigartige Stahlkonstruktion freigelegt. Die Schwelle zwischen dem Neuen und dem Bestehenden sowie zwischen dem Innen- und dem Aussenbereich wird betont, die poetischen Risse werden weitergeführt.
Das Projekt von ALIAS architects wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.