Werkhof Uri

 
6467 Schattdorf,
Schweiz

Veröffentlicht am 24. Februar 2026
Felgendreher Olfs Köchling Architekten GmbH
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

Südfassade Fassade Schatten Nordfassade Eingang Dachwasserspeier Westfassade Fenster gegen Westen Halle Haus und Berg Unter der Decke Waschraum Öffnung

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Rossgiessenstrasse 11, 6467 Schattdorf, Schweiz
Projektkategorie
Gebäudeart
Fertigstellung
05.2024
Links

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
2
Grundstücksfläche
11'000 m²
Geschossfläche
3500 m²
Nutzfläche
3200 m²
Gebäudevolumen
18'000 m³
Gebäudekosten (BKP 2)
9,0 Mio. CHF
Anzahl Arbeitsplätze
40
Parkplätze
12

Beschreibung

Der Ort am südlichen Rand von Schattdorf ist geprägt von Gewerbe, Infrastruktur und starken Umwelteinflüssen. Eine betonierte Hochwassermauer umfasst das Grundstück gegen Süden. Alles Wasser fliesst in die Stille Reuss. Ein kräftiges, verkleidetes Holzgerippe nimmt die hohen Verkehrs- und Schneelasten auf. Überzüge auf dem Dach ermöglichen grosse Spannweiten und das weit auskragende Vordach. Die einfache Organisation des Hauses erfolgt durch zwei einfache Räume: die innere Fahrgasse, von der aus alle Funktionen des Werkhofs erreichbar sind, und der Aussenraum unter dem Vordach. Dieser offene Raum ermöglicht vielfältige Arbeiten, geschützt vor Schnee, Regen und Sonne. Alle Funktionen mit Tageslicht wie Büros und Werkstätten öffnen sich dorthin, Richtung Süden, Vegetation und Bach. Die robuste Metallfassade aus recycelten Leitplanken der nahegelegenen Autobahn gibt dem Haus eine eigene Identität in der Gewerbezone. Sie erzählt von den Aufgaben eines Werkhofs, von der Schutzfunktion und vom Einfluss der Witterung auf das Haus.

Der Ausdruck des Gebäudes erzählt von den Aufgaben des Werkhofs und macht seine Funktion unmittelbar ablesbar. Entsprechend zeigt sich auch die Fassade robust und widerstandsfähig: Sie besteht aus recycelten Materialien und verweist damit auf den ressourcenschonenden Umgang mit Bestehendem. Der Sonnenschutz folgt einem Low-Tech-Prinzip. Ein weit auskragendes Vordach übernimmt diese Aufgabe, während im Föhngebiet bewusst auf einen beweglichen aussenliegenden Sonnenschutz verzichtet wird. Auch die räumliche Organisation ist auf Effizienz ausgelegt: Überzüge auf dem Dach sowie nach aussen öffnende Fenster und Tore ermöglichen maximale Kompaktheit und eine optimale Raumausnutzung. Zugleich wird der Einfluss der starken Witterung auf das Haus unmittelbar erfahrbar. Ein Wasserfall dient als sichtbare Dachentwässerung, Sturmhaken sichern die Fenster gegen den Föhn, und Leitplanken-Lamellen übernehmen den Sonnenschutz. So entstehen vielfältige Bezüge zur Natur und zur Kultur der Verkehrslandschaft in Uri.

Das Projekt von Felgendreher Olfs Köchling Architekten wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.

 

 

 

 

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