Wohngebäude in Jussy
1254 Jussy,
Schweiz
Veröffentlicht am 02. April 2026
Corpus Architecture Urbanisme SA
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Projektdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Wohnprojekt im Dorfkern von Lullier, konzipiert nach THPE-Standards. Es fügt sich in einen Kontext ein, der ländliches Erbe, alte Bauernhöfe und verstreute Villen miteinander verbindet. Das Gebäude umfasst acht Eigentumswohnungen (PPE), verteilt auf drei Wohngeschosse sowie ein funktionales Untergeschoss. Jede Wohnung mit drei bis sechs Zimmern profitiert von einer optimierten Ausrichtung und hoher Tageslichtqualität. Die Wohnräume sind durchgesteckt oder nach Süden orientiert und bieten Blick auf den Jura. Im Untergeschoss befinden sich Parkplätze, Kellerabteile und Technikräume. Das Ensemble zielt auf Zurückhaltung, Komfort und energetische Vorbildlichkeit ab. Das Gebäude verfolgt das Ziel, den Dorfkern durch eine zeitgemässe, zugleich ortsverbundene Architektursprache zu stärken. Das Projekt entwickelt eine gegliederte Volumetrie mit Satteldach und einem Bauvolumen, das sich am Massstab der umliegenden Dorfstruktur orientiert. Strassenseitig nimmt es Bezug auf das traditionelle Vokabular des Ortes, während es sich nach Süden zur Landwirtschaftszone hin öffnet und die Typologie der umliegenden Scheunen aufgreift. Ein offener Hof, organisiert um einen markanten Baum, bildet das gemeinschaftliche Herzstück des Projekts und stärkt die dörfliche Identität.
Darüber hinaus integriert das Projekt folgende technische Elemente:
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Optimierte Nord-Süd-Ausrichtung zur maximalen Nutzung passiver Solarerträge
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Südseitiges Dach zu 100 Prozent mit Photovoltaik ausgestattet, mit farblich abgestimmten Solarmodulen zur harmonischen Integration in das dörfliche Umfeld
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Verwendung von wasserdurchlässigen oder teilversickerungsfähigen Bodenbelägen
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Einsatz von CO₂-armen Materialien: gebrannte Tonziegel für die tragenden Mauerwerkswände, monolithische, dämmende Ziegel in der Fassade, Holzkonstruktion für Dach und Südfassade mit integrierten Loggien, Holzfenster mit Dreifachverglasung
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Stahlbeton ausschließlich in konstruktiv erforderlichen Bereichen: Untergeschoss, Aufzugsschacht sowie Wohnungstrennwände
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Photovoltaikproduktion über den gesetzlichen Anforderungen dank vollständig belegter Dachfläche; tagsüber Versorgung einer Luft/Wasser-Wärmepumpe zur Erwärmung eines grossvolumigen Warmwasserspeichers, der als thermischer Energiespeicher («Solarbatterie») fungiert
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Eigenverbrauch eines Teils des erzeugten Stroms sowie Einspeisung des Überschusses in das Netz der Services Industriels de Genève (SIG)
Das Projekt von Corpus Architecture Urbanisme wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.