Barryland

 
1920 Martigny,
Schweiz

Veröffentlicht am 07. April 2026
Game-VS Sàrl
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

Kriscadecor Giomoflex avant résine

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Rue du Levant 34, 1920 Martigny, Schweiz
Projektkategorie
Fertigstellung
06.2025

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
2
Parkplätze
76

Beschreibung

Das Projekt Barryland, das von der Fondation Barry du Grand-Saint-Bernard getragen wird, ist Teil eines vorbildlichen Ansatzes, der Stadtplanung, Architektur, Landschaft und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Der Park liegt in Martigny zwischen der Stadt und dem bewaldeten Hang des Mont Chemin und fügt sich in eine reichhaltige und sensible Umgebung ein, in der Nähe wichtiger kultureller Einrichtungen wie der Fondation Pierre Gianadda. Der als Freilichtmuseum konzipierte Standort fördert sanfte Mobilität und eine harmonische Kontinuität zwischen Stadt und Natur und bietet gleichzeitig einen neuen Ort der Begegnung und des Lebens für die lokale Bevölkerung und Besucher*innen.

Die Architektur des Hauptgebäudes zeichnet sich durch ihre biometrische Inspiration aus: ein stilisierter Hundepfotenabdruck, der von den Plätzen aus sichtbar ist und ein echtes Symbol des Projekts darstellt. Diese organische Form beherbergt fliessende und miteinander verbundene Räume, die einen intuitiven Übergang zwischen Innen und Aussen begünstigen. Mit einem begrünten geodätischen Dach versehen, fügt sich die Struktur subtil in die Landschaft ein und verkörpert gleichzeitig eine starke visuelle Identität. Die Landschaftsgestaltung rund um das Gebäude bildet ein Mosaik aus natürlichen alpinen Lebensräumen, das an die Welt des legendären Hundes Barry erinnert. Vier Biotope – Obstgärten, Hochwälder, Moränenvegetation und Auwälder – bieten ein immersives, sinnliches und lehrreiches Erlebnis.

Barryland wurde als «Museum des Lebens» konzipiert und stellt mehrere neuartige konzeptionelle Herausforderungen dar: die Vereinbarkeit klassischer Museumsfunktionen mit der Anwesenheit und dem Wohlergehen lebender Tiere, die Gewährleistung einer universellen Barrierefreiheit und die Schaffung einer starken Verbindung zwischen Kultur, Geschichte und Biodiversität. Die architektonische Lösung basiert auf Prinzipien hoher technischer Präzision, wie dem Einsatz von BIM zur Koordination des geodätischen Holzgerüsts und der geschwungenen Betonwände oder einer diskreten und effizienten Verteilung der technischen Anlagen, die von einem intelligenten (MCR) gesteuert wird.

Die Nachhaltigkeit des Projekts steht im Mittelpunkt. Neben einem besonderen Augenmerk auf den Lebenszyklus der Materialien und die Betriebskosten nutzt Barryland erneuerbare Energiequellen: Fernwärme aus lokalem Holz, Photovoltaikmodule, Kühlung und Bewässerung mit Wasser aus der Mühle. Das begrünte Dach trägt zur Regenwasserbewirtschaftung bei, während ein leistungsfähiges Abfallsortiersystem und die Verwertung organischer Stoffe vor Ort zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen beitragen. Ein CECB-Label A/A für die Gebäudehülle und die Energieeffizienz bescheinigt die Umweltqualität des gesamten Komplexes.

Schliesslich zeichnet sich das Projekt durch eine starke kollaborative und partizipative Dimension aus: Die zukünftigen Nutzer*innen wurden bereits in den ersten Phasen einbezogen, und zahlreiche institutionelle, touristische und wissenschaftliche Partnerschaften verstärken die kulturelle, pädagogische und wirtschaftliche Wirkung des Standorts. Barryland verkörpert somit ein inspirierendes Modell für Innovation im Dienste des Kulturerbes, der Biodiversität und der Gesellschaft.

Das Projekt von Game-VS wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.

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