Casa JIA

 
- Zürichsee,
Schweiz

Veröffentlicht am 04. April 2026
Daluz Gonzalez Architekten AG
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

Fassade Fernblick Sonnenuntergang Pool Luftbild Wohnen Treppengang Küche

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Privat, - Zürichsee, Schweiz
Projektkategorie
Fertigstellung
11.2025
Links

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
3 bis 5
Anzahl Kellergeschosse
1
Anzahl Wohnungen
1
Grundstücksfläche
944 m²
Geschossfläche
450 m²
Nutzfläche
300 m²
Gebäudevolumen
1350 m³

Beschreibung

Die Casa JIA ist geprägt von asiatischen und Schweizer Einflüssen. Die Villa wurde auf einem Grundstück in starker Hanglage mit Aussicht auf den Zürichsee erbaut und ist in die letzte Häuserzeile integriert, bevor das Landschaftsgebiet beginnt. Auf Wunsch der Bauherrin wurde die Eingangssituation nach chinesischem Vorbild gestaltet: eine geschlossene Eingangsfassade mit einem klar erkennbaren Eingang. Das Sockelgeschoss aus hellem Beton wirkt bewusst anonym und abweisend, der quadratische Eingang sticht deutlich hervor und erscheint wie ausgestanzt. Eine scheinbar schwebende Steinstufe bildet den Übergang vom Gartenweg in den gefassten Eingangsbereich – ein inszenierter Wechsel von der Aussen- in die Innenwelt. Auch die unterschiedlich grossen Steinplatten der Gartentreppe lassen Assoziationen an asiatische Landschaften aufkommen.

Das Sockelgeschoss dient als Mittel zum Zweck, um eine Höhe zu erreichen, von der aus See und Berge sichtbar werden. Hier oben spielt sich das Leben der Bewohner ab. Im Sockelgeschoss sind – bis auf ein Gästezimmer und einen Fitnessraum – ausschliesslich Nebenräume wie Technik, Waschen, Keller sowie ein Weinkeller untergebracht. Zudem ermöglicht es die bodenebene Integration eines Pools in die Terrasse des Wohngeschosses. Nach dem Betreten des Hauses durchquert man das geschlossene Sockelgeschoss und gelangt über einen geraden Treppenlauf auf die Wohnebene. Hier öffnet sich der Raum zu allen Seiten und führt die von hinten an das Haus heranreichende Hangkante als horizontale Wohnfläche weiter. Zwei Kuben, in denen Schlafzimmer, Bäder und der Lift untergebracht sind, zonieren diesen «Open Space» – eine Referenz an die klassische Moderne mit klaren Strukturen und einer Balance zwischen Offenheit und Rückzug.

Der Essbereich liegt im Zentrum und steht sowohl in Bezug zum rückwärtigen Landschaftsraum als auch zur Aussicht auf den See. Wohn- und Küchenbereich werden durch einen halbrunden Patio gegliedert, in dessen Mitte ein grosser Baum steht – ein Wunsch der Bauherrschaft. Alle Bereiche gehen fliessend ineinander über, erhalten durch die Zonierung jedoch ihre Eigenständigkeit und bleiben zugleich visuell miteinander verbunden. Durch gebogenes Glas und eine rund ausgeschnittene Deckenplatte wird diese räumliche Kontinuität verstärkt. Im obersten Geschoss befinden sich das Elternschlafzimmer sowie ein grosszügiges Arbeitszimmer, beide zum See orientiert. Auffällig ist das zweigeteilte Bad im Zentrum, das sich sowohl zum Landschaftsraum als auch zur Seesicht öffnet. Der Arbeitsbereich mit integrierter Teeküche öffnet sich zur oberen Terrasse und wird durch ein Atrium in zwei Arbeitsplätze gegliedert. Das ursprüngliche Konzept sah zudem einen Wechsel der konstruktiven Identität vor: ein massiver Betonsockel unten, darüber eine leichte Holzskelettkonstruktion mit aluminiumverkleideten Kuben, deren reflektierende Oberfläche die Grenzen auflöst und die Umgebung einbindet.

Das Projekt von Daluz Gonzalez Architekten wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.

Verwendete Bauprodukte

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