Sanierung Zentrum Johannes Basel

 
4056 Basel,
Schweiz

Veröffentlicht am 12. August 2026
NUSSBAUMER TRÜSSEL Architekten und Gestalter AG

Südfassade mit Kirchenhof Hauptzugang zur Kirche mit Sicht auf die sanierte Fensterfront Annexbau mit Kindertagesstätte, Verwaltungsräumen und einer Wohnung Hauptbau mit Saal und Kirchenraum und offenem Glockenturm Kirchensaal in Stahlbauweise mit Fensterfront nach Süden Innenraum Kirchenraum zu Empore und Hauptzugan Die nun wieder helle Fensterfront des Kirchenraumes Foyer des Kirchenraums mit neuer Treppenverbindung zum Saal Neue Verbindung vom Saal zum Kirchenraum Foyer zum Saal Der grosse Saal mit grosser Fensterfront nach Norden Treppenhaus Ost Terrasse der Wohnung zum Kirchenhof Der ehemalige Pfarrhof wurde zum Bistrogarten umgenutzt. Bistro mit Möbeln und Leuchten aus dem Bestand

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Mülhauserstrasse 145, 4056 Basel, Schweiz
Projektkategorie
Fertigstellung
07.2025
Links

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
3 bis 5
Anzahl Kellergeschosse
1
Anzahl Wohnungen
1
Grundstücksfläche
3637 m²
Geschossfläche
1065 m²
Nutzfläche
2644 m²
Gebäudevolumen
12'627 m³
Gebäudekosten (BKP 2)
9,0 Mio. CHF
Anzahl Arbeitsplätze
12

Beschreibung

Die Johanneskirche ist ein wichtiger Zeitzeuge des neuen Bauens. Das Kirchenzentrum wurde 1936 nach dem Entwurf der Architekten Karl Egender und ErnsBurckhardt fertiggestellt. Das Ensemble gilt als erster moderner, protestantischer Kirchenbau der Schweiz. Mit der umfassenden Sanierung wurde das Ensemble nun an die veränderten Bedürfnisse angepasst.

Das Sanierungskonzept bestand darin, Arbeiten an diesem Denkmalobjekt mit maximaler Behutsamkeit und grösst möglichem Respekt gegenüber Originalbauteilen auszuführen. Zudem sollten verdeckte oder überstrichene, ursprüngliche Materialien wieder gezeigt werden. Notwendige Ergänzungen erfolgten in ebenso respektvollem Umgang. Dabei wurden diese Eingriffe auch immer wieder in ihrer Tragweite hinterfragt und mit Varianten ausgelotet.

Wichtig war den Architekt*innen, die Qualitäten und Prinzipien der damaligen Architektursprache wieder zu schärfen und wahrnehmbar zu machen. Auch wenn später hinzugefügte Elemente und Massnahmen nicht mehr alle rückgängig gemacht werden konnten, sollte die Stimmigkeit des Bauwerkes schlussendlich wieder als architektonische Einheit in Erscheinung treten. Gleichzeitig sollte das Alter des Baudenkmals auch nach der Sanierung spür- und erkennbar sein. Das heisst, es wurden bewusst nicht alle Abnutzungen und Gebrauchsspuren durch rigorose Sanierungen und Erneuerungen entfernt. Spannend war die Entdeckung der grossartigen, ursprünglichen Farbigkeit der Räume welche im Laufe der Jahre leider überstrichen wurde.

Das Besondere der Bauaufgabe lag in der Abstimmung der geplanten Nutzerinteressen mit den denkmalpflegerischen Anliegen sowie der intensiven Auseinandersetzung mit dem ursprünglichen architektonischen Entwurf. Hierbei ging es stets um ein tiefes Eintauchen in bestehende Bausubstanz, welche sich oft erst bei der Freilegung zeigte, und die darauf erfolgte Abstimmung mit den Anliegen der Nutzung, der Haustechnik, der Bauphysik und so weiter erforderte stets ein Aushandeln zu Gunsten des Gebäudes. Interessant und weiterführend waren dabei oftmals das hinterfragen angestammter Ideen und Haltungen, was den Bearbeitungsprozess in jeder Hinsicht stark bereicherte. Dies gelang dank sehr guter Einvernahme mit der Bauherrschaft und der Denkmalpflege sowie dem Beizung ausgewiesener Handwerksbetriebe. Bedingt durch politische Prozesse wurde die Bauzeit stark verlängert. Dies bot jedoch grosse Chancen für den gesamten Sanierungsprozess, denn dies ermöglichte vertiefte Untersuchungen und neue Lösungsansätze. 

Das Projekt wurde von Nussbaumer Trüssel Architekten für die Ausstellung Projekts 2026 im Rahmen der architekTOUR Basel hochgeladen und von Jørg Himmelreich publiziert. 

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