Vitra Water Garden

 
79576 Weil am Rhein,
Deutschland

Veröffentlicht am 18. Juni 2026
 

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Charles-Eames-Str. 2, 79576 Weil am Rhein, Deutschland
Projektkategorie
Fertigstellung
06.2026

Beschreibung

Im Juni 2026 wurde auf dem Vitra Campus zur Art Basel der Water Garden des Landschaftsarchitekten Bas Smets eröffnet. Diese Teichanlage ist Teil einer über mehrere Jahre angelegten Kooperation mit Smets, mit der der Vitra Campus klimaresilienter gestaltet wird. Vor dem Vitra Design Museum von Frank Gehry gelegen, tritt der Water Garden mit der dynamischen Architektur des Gebäudes in einen reizvollen Dialog und schafft für die Gäste neue Orte zum Verweilen und Flanieren. Im Wasser wurden drei Grossskulpturen der Designerin Hella Jongerius als Springbrunnen installiert.

Cool Down
Wie lässt sich ein Ort mit industriellem Charakter für ein weltweites Kulturpublikum nachhaltig gestalten und dem Klimawandel anpassen? Wie können die ikonischen Bauten des Vitra Campus durch Landschaftsgestaltung noch enger miteinander verwoben werden? Diese Fragen standen am Anfang der Kooperation zwischen Vitra und Bas Smets, die 2022 begann. Smets zählt zu den renommierten Landschaftsarchitekten unserer Zeit und ist unter anderem für seine Planung der Neubegrünung des öffentlichen Raums rund um die Pariser Kathedrale Notre-Dame bekannt. Für den Vitra Campus entwickelte er einen Masterplan, der den Campus als «lebenden Organismus» versteht, der Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen ist und sich veränderten klimatischen Bedingungen anpasst. Über mehrere Jahre werden versiegelte Flächen stückweise renaturiert, Grünanlagen mit neuen Pflanzen erweitert und Hitzeinseln beseitigt, um ein kühlendes Mikroklima zu schaffen. Dies ist für die Arbeitsumgebung auf dem Campus ebenso wichtig wie für die Gäste der über 3000 Führungen, die jährlich auf dem Campus stattfinden.

Den Auftakt zu einer ökologischeren Gestaltung des Vitra Campus bildete 2020 die Eröffnung des Oudolf Gartens. 2024 begann die Umsetzung von Bas Smets‘ Konzept mit der Pflanzung von 8000 Jungbäumen zur Schaffung von «Mikrowäldern» nach dem Prinzip des japanischen Botanikers Akira Miyawaki. Der Water Garden vor dem Vitra Design Museum markiert nun eine weitere Etappe in Smets‘ Konzept. Er besteht aus einem grossen Teich, der von Bäumen und Wasserpflanzen gesäumt ist, bei denen besonderer Wert auf Biodiversität und Klimaresilienz gelegt wurde. Das Gewässer und seine Pflanzen werden Vögel anziehen und einen Fischbestand beherbergen, wodurch neues Leben auf den Campus gebracht wird. Der Aushub wurde zur Errichtung einer Böschung verwendet, die den Garten vor der stark befahrenen Strasse abschirmt. Die organisch geformte Wasserfläche fügt sich in den ursprünglichen Weg zum Konferenzpavillon von Tadao Ando ein und tritt in Dialog mit Gehrys Museumsarchitektur, deren «tanzende» Volumen sich in der Oberfläche des Teichs spiegeln. Der Water Garden speist sich mit Regenwasser, das auf der Dachfläche einer benachbarten Fabrikhalle gesammelt wird.

Drei Grazien
Einen besonderen Akzent setzen drei grosse Keramikskulpturen der Designerin Hella Jongerius. Diese zeigen expressive Haifischköpfe, die im Water Garden einen Springbrunnen bilden. Die Skulpturen sind Teil der Werkserie «Angry Animals», mit der Jongerius der bedrohten Tierwelt eine laute Stimme verleiht. Gleichzeitig betitelt Jongerius die Skulpturen im Water Garden in der für sie typischen, ironisch-subversiven Art als «Die drei Grazien». Damit lädt sie uns ein, die Konventionen dessen zu hinterfragen, wofür die drei Grazien traditionellerweise stehen: Schönheit, Freude und Fülle – an einem ästhetisierten Ort wie dem Vitra Campus eine Einladung zum Nachdenken und Schmunzeln. Die Skulpturen bilden einen Teil der aktuellen Ausstellung im Vitra Design Museum, die Hella Jongerius’ Gesamtwerk gewidmet ist, und werden nach dem Ende der Ausstellung als dauerhafte Installation im Water Garden verbleiben.

Am Pfad, der um den Teich herumführt, werden zudem eine Sitzbank des indischen Architekten Balkrishna Doshi sowie ein kleines Haus des Architekten und Designers Jean Prouvé – ein Maison Démontable 4x4 – platziert. Sie ergänzen die bereits 1987 installierte Skulptur Balancing Tools von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen und verwandeln den Bereich vor dem Vitra Design Museum in einen Parcours unterschiedlicher gestalterischer Positionen, der mit dem Museumsbesuch fortgesetzt werden kann.

Der Text von Vitra wurde von Jørg Himmelreich publiziert. 

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Projektbeteiligte Unternehmen

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