Kinder- und Jugendpsychiatrie
7000 Chur,
Schweiz
Veröffentlicht am 31. März 2026
Knorr & Pürckhauer Architekten AG
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Das Areal Waldhaus in Chur hat eine lange Geschichte und wurde, ausgehend vom historischen Haupthaus, in den letzten Jahrzehnten schrittweise behutsam baulich erweitert. Neben der klaren Hierarchie zwischen dem Hauptgebäude und den kleineren Nebengebäuden prägt vor allem die ausgereifte Parklandschaft mit ihrem markanten, gewachsenen Baumbestand den Charakter der Anlage. Der neue Masterplan wird die landschaftliche Qualität des Areals durch die Verdichtung des Baumbestands an seinen Rändern sowie die Aufwertung der Loestrasse als Allee weiter stärken. Die Stärkung der Ränder vermittelt gleichzeitig aber auch eine stärkere Abgrenzung gegenüber seiner Nachbarschaft. Hierin erkennen wir die Chance, dass sich der Neubau für die Kinder- und Jugendpsychiatrie auf der angrenzenden, lang gestreckten Wiese, zwischen der Fürstenwaldstrasse im Westen und der Loestrasse im Osten, von den typologischen Zwängen des Areals Waldhaus befreien darf. Vielmehr kann die Entwicklung dieses Ortes eine Art beschwingt leichter Gegenentwurf zur Schwere des Waldhauses sein. Ausgehend von dieser Vorstellung erscheinen die Neubauten als eine pavillonartige Anlage, die von der unteren Loestrasse her über einen separaten Weg erschlossen wird. Während drei Pavillons der viergliedrigen Anlage auf einem erhöht gelegenen Plateau baulich miteinander zur eigentlichen Klinik verbunden werden, erscheint dem Besucher zuerst der freistehende Schulneubau mit seinen separaten Adressen für die tiefer liegende Turnhalle. Dank der pentagonalen Grundgeometrie der zweigeschossigen Pavillons sind aus allen Perspektiven immer nur Ausschnitte der Baukörper zu sehen, was die Idee der kleinmassstäblichen Pavillons noch einmal unterstreicht. Der dezent ausformulierte Eingang zur neuen Kinder- und Jugendpsychiatrie liegt, dem neuen Weg folgend, auf einer leicht erhabenen Terrasse. Hier angekommen, bietet sich dem Besucher der eindrucksvolle Blick zurück über die Stadtsilhouette von Chur mit den dahinterliegenden Gebirgsketten. Die topografische Lage des Perimeters schafft eine landschaftliche Einbettung der pavillonartigen Struktur für die zukünftigen Patient*innen.
Das Projekt von Knorr & Pürckhauer Architekten wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.