Lindenhof Areal Wetzikon
8623 Wetzikon,
Schweiz
Veröffentlicht am 21. April 2026
BGA Budelmann Gernet Architekten AG
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Das Programm
In Wetzikon im Ortsteil Kempen entstanden in sieben Mehrfamilienhäusern 73 Wohnungen und ein Pflegeheim. Vier der Häuser sind generationenübergreifend gedacht, das heisst Familienwohnungen und kleinere Alterswohnungen. In drei Häusern finden sich Alterswohnungen mit erhöhter Altersgerechtigkeit. In den Erdgeschossen befinden sich Fitness, ein Kiosk, ein Coiffeur, ein Gemeinschaftsraum, die Siedlungsassistenz und Veloräume. Hinzu kommen ein Pflegeheim der Oase Gruppe mit drei Pflegestationen und drei Pflegestudios sowie im Erdgeschoss das Restaurant mit Aussenterrasse, das auch öffentlich zugänglich ist. Eine der Abteilungen ist auf die Pflege von Demenzkranken spezialisiert und verfügt über einen dazugehörenden Demenzgarten.
Der Städtebau
Die Wohngebäude unterscheiden sich in Volumetrie, Geschossigkeit und Ausrichtung. Sie befinden sich entlang der Hinwilerstrasse und in der Quartiermitte dahinter. Zwei der Wohnbauten und das Pflegeheim orientieren sich an der Strasse, reihen sich daran auf und bilden den Strassenraum. Dahinter sind die übrigen Bauten frei im Areal angeordnet, sodass zwischen den Gebäuden ganz unterschiedliche Stadträume entstehen. Die baumbestandenen Plätze und Gassen verbinden die Gebäude und deren Eingänge, die Wege öffnen sich hin zu den Nachbargrundstücken. Die Gebäude bilden städtebaulich ein starkes, eigenständiges Ensemble. Über den äussersten, nicht abgeschlossenen Platz sowie die Durchwegung für Fussgänger*innen und die Durchquerung des motorisierten Verkehrs wird das umliegende Quartier eingebunden. Das Gewerbe im Erdgeschoss steht der ganzen Öffentlichkeit zur Verfügung. Zwischen den Häusern laden Wasserspiele, ein Spielplatz und ein Pétanque-Platz zu generationenübergreifenden Begegnungen ein. Mäuerchen aus Stampfbeton, auf denen man auch sitzen kann, grenzen Plätze und Wege von den Grünflächen ab.
In die Mehrfamilienhäuser gelangt man über offene Treppenhäuser, in denen sich Kletterpflanzen emporranken; die Bewohner*innen begegnen einander auf grosszügigen Erschliessungszonen. Die Aussenräume der Mehrfamilienhäuser sind als Loggien in die Volumetrie der Gebäude integriert. Das Pflegeheim ist mit einem Kopfbau Teil des Ensembles der Mehrfamilienhäuser, der langgezogene Gebäudekörper des Pflegeheims als Schlussstein entlang der Hinwilerstrasse angehängt.
Die Architektursprache
Die Fassaden bestehen hauptsächlich aus Klinkerriemchen in unterschiedlichen Grautönen, das Material erinnert an frühere Industrie- und Gewerbebauten. Diese stark prägende Materialisierung fasst die unterschiedlichen, jedoch immer verwandten Kubaturen der Gebäude zusammen. Die offenen Treppenhäuser werden als in die Fassaden integrierte helle Betonbänder gezeigt.
Klinker, Sicht- und Stampfbeton prägen die Siedlung, erreichen eine ruhige, zurückhaltende und im Detail präzise Wirkung sowie eine poetische Stimmung. Der Klinker ist auf spielerische Art verlegt; bei den Fassadenflächen im wilden Verband, an den teilweise überhohen Erdgeschossfassaden in abwechselnd hervorstehenden Lagen, um diese als Sockelgeschosse hervorzuheben. Die Fassaden sind zwischen den weiteren Geschossen und beim Dachabschluss mit hervorstehenden Lagen akzentuiert.
Gewählt wurden zwei Stein- und Fugenfarben: bei den Häusern A bis F hellgraue Klinkerriemchen mit helleren Fugen, beim Pflegeheim anthrazitfarbene Klinkerriemchen mit dunkleren Fugen. So wird signalisiert, es gibt zwei unterschiedliche Gebäudearten im Areal – Wohnhäuser und das Pflegeheim –, aber alles gehört zusammen.
Label
Altersgerechtes Wohnen LEA Label Stufe Silber und Platin
Projektteam
Bauherrschaft sind Oase Holding als Generalmieterin und Swiss Life als Bauherrschaft. Die Tragwerksplanung verantwortete Adali Engineering. Für die Planung von Heizung, Lüftung und Sanitär waren HHM und Hunziker Partner zuständig, die Elektroplanung übernahm Wyder Elektroplanung. Die Bauphysik und Akustik lagen bei Buri Bauphysik & Akustik, der Brandschutz bei HHM. Das Verkehrskonzept erarbeitete Porta, die Landschaftsarchitektur SKK. Ergänzt wurde das Team durch Zimraum im Bereich Soziologie sowie Yellow Z für die Stadtplanung.
Das Projekt von BGA Budelmann Gernet Architekten wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.