Thur- und Neckerweg Toggenburg
9620 Toggenburg,
Schweiz
Veröffentlicht am 13. Februar 2026
Werknetz Architektur
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Projektdaten
Basisdaten
Beschreibung
Thur- und Neckerweg – Achtsam durch das Toggenburg
Der Thur- und Neckerweg ist ein einzigartiges Projekt im Herzen des Toggenburgs. Er verbindet die beiden Flusstäler Thur und Necker und schafft entlang des bestehenden Wanderwegs sorgfältig gestaltete Oasen. Jede Oase lädt ein, die Landschaft bewusst wahrzunehmen. Sie vereint Natur, Material, Kleinstarchitektur, Klang und Kunst.
Vier Oasenarten
- Genuss-Oasen – kleine achtsame architektonische Interventionen
- Klangbotschafter – Klanginstallationen
- Kunst-Oasen – künstlerische Interventionen
- Häsch gwüsst–Täfelchen – digitale Wissensergänzung
Das Projekt zeigt die Vielfalt des Toggenburgs und respektiert die Natur. Jede Intervention achtet auf Topografie, Vegetation und historische Spuren. Die Oasen rhythmisieren den Weg, geben Orientierung, schaffen Ruhe und öffnen den Blick für die Besonderheiten des Naturraums. Auf Lichtungen, Anhöhen und feinen Übergängen entsteht eine stimmige, poetische Atmosphäre.
Die Oasen laden zum Verweilen ein. Bühnen und kleine Plätze eignen sich für Workshops, Meetings oder kleine Anlässe. So entstehen Ruhe und Begegnung zugleich.
Mehrwert für die Region
Der Weg stärkt die regionale Identität und schafft ein Angebot für neue und bestehende Gäste. Er lenkt Besuchende durch das Gebiet und entlastet bekannte Hotspots. Die ÖV-Anbindung wird verbessert. Digitale Inhalte vermitteln Wissen über Natur, Kultur und Geschichte. Lokale Betriebe werden einbezogen, was die regionale Wertschöpfung erhöht.
Von Toggenberger für das Toggenburg
Die Genuss-Oasen sind aus einheimischem Toggenburger Holz gefertigt. Das Holz wurde im Lochwald bei Oberhelfenschwil geschlagen und in Bütschwil in einer regionalen Werkstätte verarbeitet. Der Holztransport erfolgte traditionell mit Ross und Wagen. Ausgeführt wurde der Holzbau von der Scherrer Holzbau (Lorenz Breitenmoser, Simon Meile).
Gestaltungsidee
Die Formsprache ist inspiriert von traditionellen, ruralen Holzbauten im Toggenburg sowie den Churfirsten. Wichtig waren:
- Achtsamkeit
- harmonische Einbettung
- Funktion und Qualität
- Verbindung traditioneller und zeitgenössischer Ansätze
- Stärkung von Ästhetik und Atmosphäre eines Ortes
Eine einheitliche Gestaltung der Oasen schafft Wiedererkennung in:
- Ästhetik
- Materialität
- Machart
Das Toggenburg bleibt der Star. Die Interventionen lassen die Landschaft leuchten.
Aufwändiges Bewilligungsverfahren
Projektbedingt liegen die Standorte überwiegend ausserhalb der Bauzone sowie in sensiblen Wald- und Gewässerräumen. Dies erforderte eine enge Abstimmung mit Kanton und Gemeinden; Vorabklärungen und Ausnahmebewilligungen waren aufgrund der grossen Anzahl an Beteiligen und Interessen entsprechend zeitaufwändig. Die Bauverwaltungen der beteiligten Gemeinden – insbesondere der Koordinator Kobi Giezendanner (Bauverwalter Wildhaus-Alt St. Johann) – sowie das Hochbauamt des Kantons St. Gallen leisteten dabei wertvolle Unterstützung für das Projekt.
Interdisziplinäres Projektteam
Das Projekt wurde über einen Ideenpitch vergeben. Gewonnen haben: Patric Collet der Projekt.Box mit Anna R. Stoffel, pure. Wir wurden für die Entwicklung und Planung der Genuss-Oasen beigezogen. Die Kunst-Oasen wurden von der Dogo Residenz für neue Kunst kuratiert. Die Holzarbeiten hat die Firma Scherrer, Lorenz Breitenmoser und Simon Meile gemacht. Mit Wissen, Erfahrung und engem Austausch haben wir eine eigenständige Identität für den Thur- und Neckerweg geschaffen – achtsam, poetisch, mit klarer Formsprache und einheimischem Handwerk. So stärken wir die Schönheit des Toggenburgs.
Das Projekt von Werknetz Architektur wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.