Umbau Alte Ziegelei

 
6010 Kriens,
Schweiz

Veröffentlicht am 08. Juni 2026
Seiler Linhart Architekten AG

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Schachenstrasse 44, 6010 Kriens, Schweiz
Projektkategorie
Fertigstellung
02.2025
Links

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
3 bis 5
Anzahl Wohnungen
18
Geschossfläche
1825 m²
Gebäudevolumen
8227 m³
Anzahl Arbeitsplätze
4

Beschreibung

Die Entstehung des Gebäudes der alten Ziegelei in Kriens geht auf das Jahr 1895 zurück. Als Dampfziegelei geplant und betrieben, erfuhr der viergeschossige Holzskelettbau mit seinen umliegenden Anbauten immer wieder bauliche Veränderungen und wurde schliesslich 1925 als Wohn- und Gewerbehaus umgebaut. Während das Erd- und erste Obergeschoss weiterhin gewerblich und als Lager genutzt wurden, entstanden auf den oberen zwei Geschossen Wohnungen. Gleichzeitig wurden die Fachwerk-Aussenwände mit Bruchsteinfüllung durch einen Wormser Putz geschützt und die zentrale Erschliessung mit der lichtbringenden Laterne erstellt. In diesem Zustand verblieb das Gebäude bis zur Sanierung durch Seiler Linhart Architekten im Jahr 2023/24. Im Zuge der Sanierung griff das Projekt die Begrifflichkeit des «gewachsenen Baudenkmals» auf und entwickelte das Gebäude unter Wahrung seiner architektonischen und konstruktiven Qualitäten zeitgemäss weiter.

Alle Anbauten wurden zurückgebaut, die historische Fassade und Tragkonstruktion des Kernbaus saniert und die fehlenden Erdgeschossfassaden des Gebäudes rekonstruiert. Die gesamte Holz-Tragstruktur wurde bewahrt und wo notwendig im Sinne der bestehenden Bauweise ergänzt. Als Aussenraum wurde an der Ost- und Westseite des Kernbaus je eine viergeschossige, leichtgliedrige vorfabrizierte Betonstruktur angefügt. Die Erschliessung der Wohnungen und Ateliers erfolgt über einen zentralen Innenhof, welcher unter der bestehenden Laterne angeordnet ist. Dieser Innenhof besitzt Eigenschaften eines Innenraums, ist Licht- und Lufthof zugleich und ermöglicht mit einem Fenster bei jeder Wohnung eine starke visuelle und gemeinschaftsfördernde Beziehung der Bewohner*innen. Während der Innenhof durch seine Sichtbetontreppe und Backsteinwände an die alte Industrienutzung erinnert, sind die Wohnungen geprägt durch die freistehenden Holzstützen und Unterzüge. Den Auftakt zu jeder Wohnung bildet hierbei der leicht zurückversetzte, grosszügige Wohnungseingangsbereich mit angrenzender Garderobe, von wo aus die verschiedenen Zimmer erschlossen sind und man in die grosszügige Wohn- und Essküche gelangt. Sämtliche Zimmer befinden sich entlang der Fassade und sind um die bestehende Tragkonstruktion angeordnet. Durch die sichtbar bleibende Holzkonstruktion, die Möglichkeit, verschiedene Wege im Grundriss gehen zu können und Räume nach Belieben mit Türen zu verbinden oder zu trennen, entstehen loftähnliche Grundrisse. Insgesamt gibt es 18 Wohnungen und vier Ateliers.

Das Projekt wurde von Seilerlinhart Architekten hochgeladen und von Jeannine Bürgi publiziert.

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