Zwei Neubauten im Mühleareal – Haus H
6340 Baar,
Schweiz
Veröffentlicht am 20. August 2026
Röck Baggenstos Item Eyer Architekten AG
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Das Obermühle-Areal mit seinen denkmalgeschützten Villen und dem mehr als 30 Meter hohen, zum Wohngebäude umgebauten Silo prägt das Stadtbild von Baar massgeblich. Ein Bebauungsplan regelt die Transformation des ehemaligen Industriegebietes zu einem lebendigen Wohn- und Arbeitsquartier. Als letzte Etappe entstehen auf der Ostseite des Silogebäudes zwei Neubauten sowie eine grössere Tiefgarage. Der solitäre Charakter der neuen Gebäude zeigt sich in ihrer Typologie und ihrem architektonischen Ausdruck. Zentrale Elemente des Freiraums sind die Zugangsallee von der Hauptstrasse zum Kernareal, der Werkplatz sowie der Grünraum um die solitärartigen Baufelder. Der Werkplatz, auf dessen Fläche und an dessen Rand die einzelnen Gebäude stehen, soll in seiner Dimension und Ausprägung nicht nur an die industrielle Vergangenheit erinnern, sondern vor allem als Begegnungsort für alle Bewohner*innen dienen. Bewusst wurde keine Möglichkeit geschaffen, direkt von der Tiefgarage anonym zur eigenen Wohnung zu gelangen. Der Zugang erfolgt ausschliesslich über den Werkplatz und macht diesen damit zum Ort der Begegnung und sozialen Interaktion.
Der Zugang zum schräg geschnittenen Gebäude H erfolgt vom tiefer liegenden Niveau des Werkplatzes. In das Volumen ist ein gedeckter Bereich eingeschnitten, über den man zur Vertikalerschliessung mit Treppe und Lift gelangt. Die erdgeschossigen Nutzungsflächen können zudem seitlich direkt erschlossen werden. Die eingezeichneten Nutzungen mit separaten Arbeitsräumen sowie die eingezogene und dadurch gedeckte Aussenfläche auf der Nordwestseite des Gebäudes veranschaulichen die mögliche Nutzung als Kita. Diese pragmatische Grundrisskonzeption für flexibel nutzbare Büroflächen setzt sich in den Obergeschossen fort. Das Gebäude ist ausschliesslich gewerblich genutzt und ab dem Erdgeschoss vollständig in Holzbauweise konstruiert. Die Aussteifung erfolgt über die Brüstungen in der Fassade, sodass der Treppenkern als Haustechnik-Steigzone freigehalten werden konnte. Die innere Statik findet auch in der Holzfassade ihren Ausdruck. Ein differenziertes Farbkonzept unterscheidet tragende, verkleidende und dekorative Elemente.