Einfamilienhaus Pantloo

 
8600 Dübendorf,
Schweiz

Veröffentlicht am 23. Juli 2026
Clou Architekten AG

Projektdaten

Basisdaten

Projektkategorie
Fertigstellung
03.2020
Links

Beschreibung

Das neue Stöckli befindet sich in der zweiten Reihe eines durchgrünten und abfallenden Mehr- und Einfamilienhausquartiers. Talseitig erweitert es repräsentativ, dank seiner silbrig vorvergrauten Sperrholzfassade mit markanter Maserung, das bestehende Einfamilienhaus zu einem harmonischen Ensemble. Hangseitig zum Garten hin duckt sich das Stöckli als eingeschossiger Pavillonbau unter den grossen alten Nussbaum. Die gewählte Konstruktion, ein massiver Holzbau, steht stellvertretend für diesen spannungsvollen Spagat. Einheimisches Holz ist sowohl innen wie aussen das prägende Element und wird bei einer grossen Mehrheit der Bauteile eingesetzt. In ausgewogener Wechselwirkung kommen Lärche und Fichte in verschiedensten Facetten gleichermassen zum Zug. Im Innern weist die sechs Meter hohe, tragende Innenwand den Weg vom Eingangsgeschoss über die Treppe in den grosszügigen Hauptwohnraum. Hier zeigen sich rundum die tragenden Massivholzwände aus Fichtendielen, während in den restlichen Räumen ein ungestrichener Lehmputz die warme Atmosphäre der privaten Zimmer unterstreicht. Das Photovoltaik-Indach liefert Strom weit über den Eigenbedarf hinaus in die direkte Nachbarschaft und neben der Erdsonde ergänzt das Cheminée, befeuert mit Holz aus dem eigenen Wald, das Energiekonzept. Mit dem Neubau des Stöckli verfolgt das Projekt das Ziel der sanften Verdichtung nach innen und des ortsgebundenen, einfachen Bauens mit konventionellem Bauablauf.

Energiekonzept
Eine Erdsonde wärmt im Winter und kühlt im Sommer. Dazu unterstützt ein Cheminée bei kälteren Temperaturen mit Holz aus dem eigenen Wald. Das Photovoltaik-Indach liefert Strom weit über den Eigenbedarf hinaus in die direkte Nachbarschaft. So können noch zwei weitere Häuser der nahen Verwandtschaft beliefert werden. Das Energiekonzept wurde vorab in engem Austausch mit der Bauherrschaft erarbeitet. So wird Strom dann genutzt, wenn dieser produziert wird. Für ein E-Auto beim nächsten Fahrzeugwechsel sind in der Garage die Installationen für den Einbau einer Ladestation vorbereitet.

Graue Energie
Materialien aus der Schweiz hatten den Vorzug und es wurde generell auf kurze Transportwege geachtet. Bei der Konstruktion wurde heimisches Holz verwendet. Für die Bauherrschaft und die Planer war zudem das Arbeiten mit regionalen Unternehmen mit kurzen Anfahrtswegen wichtig. Allgemein wurde Holz vielfältig eingesetzt (Tragkonstruktion, Böden, Fassade, Sonnenschutz, Türen, Einbauten, et cetera.) Beton kam nur bei Erdanschluss zum Tragen und als Ausnahme aus gestalterischen Gründen (Hartbeton im Erdgeschoss, welcher sich jedoch im Unterhalt als nachhaltig erweist)

Weitergehende Überlegungen zur Nachhaltigkeit
Wie lassen sich Generationenbeziehungen heute gestalten? Und welche Wohnformen eröffnen nachhaltige Möglichkeiten des Miteinanders? «Im Stöckli verbrachten früher die Eltern ihren Lebensabend, nachdem sie das Bauernhaus ihren Kindern vermacht hatten. Wie man das legendäre Stöckli aus Jeremias Gotthelfs Zeiten in die Moderne holen kann, zeigt das Zürcher Büro Clou Architekten.» (Andrea Eschbach, SonntagsZeitung). Die Neuinterpretation des Stöckli im Pantloo wird an das bestehende Haus der 1980er Jahre angebaut und präsentiert somit ein neues Ensemble – auf konzeptueller wie auch auf sozialer Ebene. So wohnen Eltern und Tochter mit ihrer Familie nebeneinander; der Hauptbau ist durch die Garage mit dem Neubau verbunden. Das Zentrum im Obergeschoss bilden eine Kücheninsel und ein grosser Esstisch.

Das Projekt wurde von Clou Architekten eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.

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