Globus Basel
4051 Basel,
Schweiz
Veröffentlicht am 16. April 2026
Miller & Maranta AG
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Projekt für die Neugestaltung des Globus respektiert die über 120 Jahre gewachsene bauliche Substanz mit ihren architektonischen Brüchen und überführt sie in eine neue, kohärente Struktur. Die historisch relevanten Fassaden aus unterschiedlichen Bauphasen bleiben erhalten, während das Gebäude im Inneren neu organisiert und räumlich geöffnet wird. Ein zentraler vertikaler Raumzusammenhang ersetzt die klassische Geschosslogik des Warenhauses und schafft Orientierung sowie neue Bezüge zwischen den Nutzungen. Vom Untergeschoss bis ins vierte Obergeschoss entstehen zusammenhängende Verkaufsflächen, ergänzt durch neue Zugänge, insbesondere am Martinskirchplatz, die das Gebäude stärker mit dem Stadtraum verknüpfen. Die Aufstockung formuliert mit den neuen Dachgeschossen eine zusätzliche Schicht, die als terrassierte, intensiv begrünte Landschaft ausgebildet ist. Sie reagiert auf die topografische Lage am Fuss des Münsterhügels und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas. Das Projekt versteht sich als Transformation eines bestehenden Gebäudes, die dessen Identität bewahrt und zugleich eine langfristig flexible Nutzung ermöglicht.
Die Besonderheit des Projekts liegt in der konsequenten Trennung von erhaltener Hülle und neu organisierter innerer Struktur. Anstelle einer schrittweisen Weiterführung der bestehenden Fragmentierung wird ein klares räumliches System formuliert, das die unterschiedlichen Bauphasen in eine neue Ordnung überführt. Der Entwurf versteht den Bestand nicht als statisches Objekt, sondern als Ausgangspunkt für Transformation. Die historischen Fassaden sichern die Präsenz im Stadtraum, während das Innere als eigenständige, zeitgenössische Struktur neu gedacht wird. Die Aufstockung ergänzt das Gebäude nicht als klassisches Dach, sondern als begehbare, begrünte Landschaft. Diese vermittelt zwischen Architektur und Topografie und verknüpft das Haus räumlich mit dem Münsterhügel. Durch die Kombination von Verdichtung, Umnutzung und Begrünung formuliert das Projekt ein Modell für den Umgang mit grossmassstäblichen Bestandsbauten in innerstädtischen Lagen.
Das Projekt von Miller & Maranta wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.