Wohnhaus Foppa

1 von 753

 
7610 Soglio,
Schweiz

Veröffentlicht am 02. April 2026
Ruinelli Associati AG Architetti
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

Panorama von Süd-Ost Orstsbau Südfassade vor dem Umbau Südfassade nach Umbau Von Süd-Osten Westen (Fassade in Kratzbeton) Von Süd-West Ausschnitt (Geländer Feuerverzinkt) Eingang Nord (Seekiefer) Eingang (Eichenmöbel sägerauh) Studio 1 mit Kirchturm Studio 1 (im bestehenden Haus) Stampfbeton und Terrazzoboden Ausschnitt Detail

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Via Foppa 27, 7610 Soglio, Schweiz
Projektkategorie
Fertigstellung
02.2026

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
2
Anzahl Kellergeschosse
1
Anzahl Wohnungen
2
Grundstücksfläche
800 m²
Gebäudevolumen
1200 m³
Gebäudekosten (BKP 2)
1,2 Mio. CHF
Parkplätze
4

Beschreibung

Das Projekt betrifft die Renovierung und Erweiterung eines Einfamilienhauses, das in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre erbaut wurde. Bei der Renovierung wurde das Bestehende pragmatisch behandelt – in der Überzeugung, dass es nicht immer notwendig ist, abzureissen und neu zu bauen, sondern dass es sinnvoll sein kann, am Vorhandenen weiterzustricken. Das ursprüngliche Gebäude, das als Bauernhaus errichtet wurde, liegt ausserhalb der Bauzone auf einem abschüssigen Grundstück. Die Aufteilung auf drei Ebenen ist von der Hauptfassade aus ablesbar, die sich zum Platz im Süden orientiert. Aus verteilungstechnischer Sicht organisiert das Projekt die neue Wohnung auf der ersten Ebene. Der Haupteingang befindet sich auf der Rückseite und führt durch einen unbeheizten Raum in den einheitlich konzipierten Anbau, der als Küche, Esszimmer und Wohnzimmer genutzt wird. Von hier aus gelangt man in den Flur des bestehenden Gebäudes, der auf der Südseite ein Arbeitszimmer und ein Schlafzimmer sowie auf der Nordseite die Wirtschaftsräume beherbergt und zur Treppe in der nordöstlichen Ecke des ursprünglichen Gebäudes führt. Im Dachgeschoss befinden sich weitere Räume sowie eine separate Zweizimmerwohnung für Gäste. Der Anbau wird zum Mittelpunkt des Hauses. Für die neuen Bewohner ist die Küche der Ort, an dem sich das tägliche Leben hauptsächlich abspielt. Der Anbau steht im Dialog mit Landschaft und Licht. Seine Lage auf der Wiese und die ungewöhnliche Form der konvexen Ecke werden durch den Blick in die Tiefe bestimmt: das Dorf. Der Wohnraum wird als zusammenhängend verstanden, obwohl die Materialien unterschiedlich sind. Das Projekt zielt nicht auf Vereinheitlichung ab, sondern darauf, zwei unterschiedliche, ineinander übergehende Konstruktionen sichtbar zu machen. Die Materialisierung der Fassaden spiegelt das Innere wider: Der Anbau besteht aus gekratztem Beton und signalisiert die Bedeutung des Innenraums, während das bestehende Haus eine leichtere Sprache spricht – ein zartes Grau in Freskotechnik. Die Terrasse an der Ecke, die Säulenreihe und der Steg auf der Südseite sind Elemente, die die beiden Volumen optisch zusammenhalten. Der Blick reicht in die Tiefe bis ins Dorf. Die Gestaltung der Innenräume steht im Einklang mit der klaren Differenzierung der Fassaden. Bei den Arbeiten zur Instandsetzung der Aussenbereiche wurde, soweit möglich, versucht, die Trockenmauern zu restaurieren und zu reparieren. Wo neue Mauern errichtet werden mussten, wurden diese aus Waschbeton mit einer sehr rauen Oberfläche ausgeführt. Von der Küche aus gelangt man auf einen Platz, der von einer Mauerflanke begrenzt wird und sich zum Dorf hin öffnet. Der Bodenbelag besteht aus vor Ort gefundenen Steinen – eine Anspielung auf Pikionis.

 Das Projekt von Ruinelli Associati Architetti wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.

215585664