Connected Work Environments
6460 Altdorf,
Schweiz
Veröffentlicht am 30. März 2026
Aroma AG
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Das Kantonsspital Uri stand vor einer klassischen typologischen Spannung: Zwei Etagen, zwei Kulturen, ein Haus. Im zweiten Obergeschoss die Ärzteschaft und medizinischen Beratungsdienste – unmittelbar, operativ, nah am Betrieb. Im dritten Obergeschoss Direktion, Finanzen, HR und Pflegeleitung – strategisch, administrativ, mit einem anderen Takt. Unter dem Motto «gemeinsam wachsen» wurden diese zwei Stockwerke miteinander verbunden. Die Grundidee folgt einer vertikalen Logik: von unten nach oben, vom operativen Tun zum strategischen Denken. Das «Erdreich» im zweiten Obergeschoss bildet die funktionale Basis, tief verwurzelt in der klinischen Arbeitsrealität. Im dritten Obergeschoss entfaltet sich der Raum in eine «Pflanzenwelt». Die verbindende Wendeltreppe ist hierbei kein reines Erschliessungselement, sondern der räumliche Übergang zwischen zwei Aggregatzuständen derselben Institution. Visuell getragen werden die Räumlichkeiten durch die geschossübergreifende Illustration von Eva Kläui: Sie bricht die vertikale Trennung kunstvoll auf und verwebt die beiden funktional getrennten Welten zu einem atmosphärischen Ganzen.
Um diesen unterschiedlichen Anforderungen im Grundriss gerecht zu werden, wurden die Flächen massgeschneidert zoniert. Ein bewusstes Spiel mit unterschiedlichen Bodenbelägen definiert die jeweiligen Arbeits- und Kollaborationszonen visuell sowie taktil, ohne den offenen Raumfluss zu durchbrechen. Raumbildende Besprechungsboxen gliedern als «Raum-im-Raum»-Elemente die Fläche zusätzlich. Sie schaffen intuitive, fliessende Übergänge zwischen den kommunikativen, dynamischen Zonen und den geschützten, ruhigen Arbeitsplätzen. Als zentrale Ankerpunkte und funktionales Rückgrat behaupten sich die grossen, zentralen Sitzungszimmer. Workspace-Design wird hier zur Haltung, nicht zur blossen Möblierung. Die Architektur von Darlington Meier definierte mit ihrem menschenzentrierten Ansatz die starke räumliche Hülle und den konzeptionellen Massstab. Wir haben diese Vorgabe aufgenommen und durch unsere fundierte Workspace-Expertise für unsere Kundschaft in die Innenraumgestaltung übersetzt. Die neuen Arbeitswelten zeigen unseren Anspruch, den Menschen in seinem komplexen täglichen Workflow kompromisslos in den Mittelpunkt der Gestaltung zu stellen.
Arbeitswelten im Gesundheitswesen werden selten als gestalterische Kernaufgabe verstanden. Hier war es genau das – und zwar in einem hierarchisch gegliederten Gefüge, das zusätzliche Präzision verlangte. Die Herausforderung: Jede Ebene erhält ihre eigene Identität, ohne dass das Ganze auseinanderfällt. Workspace-Design als Haltung, nicht als Ausstattung. Die Architektur von Darlington Meier definierte den konzeptionellen Massstab. Ihr konsequent nutzerzentrierter Ansatz – Räume als Ermöglicher, die kompromisslos auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten sind – bildete das Leitmotiv für unsere Entwicklung der Arbeitswelten. Die neuen Workspaces verschmelzen mit der Architektur und verstehen sich als direkte Weiterführung dieser Haltung im Interior: Sie sind kein blosses Fit-out in einer statischen Hülle, sondern gelebte Testimonials dieses Anspruchs – exakt dorthin übersetzt, wo die tägliche Arbeit stattfindet.
Das Projekt von Aroma Architekten wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.