Bahnhofareal Liestal

 
4410 Liestal,
Schweiz

Veröffentlicht am 29. März 2026
Burkard Meyer Architekten
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

Neubauten Bahnhofareal Liestal Das Ensemble erstreckt sich auf einer Länge von 230 Metern. Das Bahnhofgebäude ist durch ein Perrondach mit dem Wohn- und Geschäftshaus verbunden. Begrünte Pflanztröge werten den verkehrsfreien Emma Herwegh-Platz auf. Der Bahnhof Liestal entwickelt sich zur Verkehrsdrehscheibe. Die neu gestalteten Personenunterführungen verbinden Stadtteile dies- und jenseits der Bahngleise. Die Horizontalität als Motiv der Fortbewegung Das siebengeschossige Wohn- und Geschäftshaus bildet den Abschluss des Ensembles.

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Bahnhof Liestal, 4410 Liestal, Schweiz
Projektkategorie
Fertigstellung
03.2026
Links

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
6 bis 10
Anzahl Kellergeschosse
1
Anzahl Wohnungen
23
Grundstücksfläche
4432 m²
Geschossfläche
10'734 m²
Nutzfläche
6554 m²
Gebäudevolumen
40'907 m³

Beschreibung

Die SBB hat im Auftrag des Bundes zwischen 2019 und 2025 den Bahnknoten Liestal ausgebaut. Dazu zählt auch die Aufwertung des Bahnhofareals durch ein neues Ensemble: Der Bahnhofplatz erhält stadtseitig eine neue räumliche Fassung durch ein viergeschossiges Bahnhofgebäude, ein siebengeschossiges Wohn- und Geschäftshaus sowie ein verbindendes, kräftiges Perrondach. Zwischen den leichtfüssigen und transparent ausgebildeten Erdgeschossen der Hochbauten sorgt dieses Dach für geschützte Bereiche als Wartezone des öffentlichen Verkehrs. Die beeindruckende Länge der Komposition von 230 Metern sichert zusammen mit der ausdrucksstarken Materialisierung eine eigenständige, der Aufgabe als Bahnhof einer Kantonshauptstadt angemessene Identität. Der Bahnhofplatz erhält durch die Neubauten zudem eine programmatische Verdichtung mit Bahnreisezentrum und weiteren Verkaufs- und Dienstleistungsflächen, dies als Auftakt zu den neu erstellten unterirdischen Geleisezugängen. Dabei bleibt das Erdgeschoss als Vermittler zwischen Stadt und Bahn möglichst durchlässig, lediglich unterbrochen durch die Hauszugänge und Vertikalerschliessungen. Als Reaktion auf den schmalen, städtischen Bahnhofsplatz wird zur Stärkung der Figur die Horizontalität als Motiv der Fortbewegung durch das Konstruktionskonzept der Bauten und dessen Auswirkung auf die Fassaden betont. 

Bereits 2013 wurde in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Liestal der Quartierplan Bahnhofcorso erarbeitet, der das Areal in die Zukunft führen sollte. Die Neugestaltung des Areals durch Burkard Meyer Architekten ist Teil eines städtebaulichen Gesamtkonzepts. Ziel ist die Verbesserung der Infrastruktur, die Schaffung von Wohnraum und Gewerbeflächen sowie eine qualitätvolle Gestaltung von öffentlichen Räumen. In rund dreijähriger Bauzeit entstand auf dem langen, schmalen Grundstück ein markantes Ensemble aus einem viergeschossigen Bahnhofgebäude, einem siebengeschossigen Wohn- und Geschäftshaus sowie einem verbindenden, kräftigen Perrondach. Zwischen den leichtfüssigen und transparent ausgebildeten Erdgeschossen der Hochbauten sorgt dieses Dach für geschützte Bereiche als Wartezone des öffentlichen Verkehrs. Zusammen mit dem im ehemaligen Postgebäude untergebrachten Kulturhaus Palazzo – einem Bau im Neorenaissancestil – formen die Bauten die bahnseitige Fassung des neuen Bahnhofplatzes, als kontinuierliches Vis-à-vis zu den stadtseitig aufgereihten Verwaltungsbauten. Die beeindruckende Länge der Komposition von 230 Metern sichert zusammen mit der ausdrucksstarken Materialisierung eine eigenständige, der Aufgabe als Bahnhof einer Kantonshauptstadt angemessene Identität.

Der Bahnhofplatz erhält durch die Neubauten zudem eine programmatische Verdichtung mit Bahnreisezentrum und weiteren Verkaufs- und Dienstleistungsflächen, dies als Auftakt zu den im Situationsplan neu erstellten unterirdischen Geleisezugängen. Dabei bleibt das Erdgeschoss als Vermittler zwischen Stadt und Bahn möglichst durchlässig, lediglich unterbrochen durch die Hauszugänge und Vertikalerschliessungen. Darüber liegend befinden sich im Längsbau auf drei Etagen Büroflächen, während im nordwestlich gelegenen Bau fünf Wohngeschosse mit insgesamt 23 Mietwohnungen angeordnet sind, lichtdurchflutet und trotzdem bahn- und südseitig geschützt vor den Immissionen der Bahn. Die Untergeschosse beherbergen weitere Retailflächen, bieten direkten Zugang zu den neu gestalteten Personenunterführungen Oristal und Sichtern und verbinden die Stadtquartiere dies- und jenseits der Bahngleise.

Der Ensemblewirkung wurde eine zentrale Rolle zugeordnet. Als Reaktion auf den schmalen, städtischen Bahnhofplatz wird zur Stärkung der Gebäudefigur die Horizontalität als Motiv der Fortbewegung und des Vorankommens durch das Konstruktionskonzept und die architektonische Erscheinung der Bauten betont. Eine gestalterische Entscheidung, die in der vorgegebenen langgestreckten Form und mit den funktionalen Anforderungen des Nutzungsprogramms schon vorgezeichnet ist.  Mit den Fassaden in Jurakalkbeton treten die ausgeführten Bauten als kräftige Körper in Erscheinung. Längsseitig wird die Horizontalität durch die Profilierung der Fassade verstärkt, während die Stirnseiten durch die differenzierte Oberflächenstruktur eine ornamentale Präsenz erfahren. Die Bauten behaupten sich als gleichwertiges Gegenüber sowohl zu den umliegenden Neubauten wie auch zum ehemaligen Postgebäude am Bahnhofplatz. Mit dem neuen Bahnhofareal ist an zentraler und gut erschlossener Lage – unter der Prämisse der Verdichtung – ein belebtes Quartier mit neuem Wohn- und Geschäftsraum sowie einem auf die Bedürfnisse von Reisenden und Passant*innen zugeschnittenen Einkaufs- und Dienstleistungsangebot entstanden.

Das Projekt von Burkard Meyer Architekten wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert. 

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