Candle Pavilion

 
1726 Farvagny,
Schweiz

Veröffentlicht am 15. April 2026
Charly Jolliet Architecte Sàrl
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

charly jolliet

Projektdaten

Basisdaten

Projektkategorie
Fertigstellung
03.2026
Links

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
1
Geschossfläche
18 m²
Nutzfläche
18 m²

Beschreibung

Der Candle Pavilion ist im historischen Kontext der Pfarrei sowie in unmittelbarer Nähe der Kapelle von Montban verortet. Das Projekt folgt einem zurückhaltenden Eingriff, der die bestehenden Qualitäten des Ortes weniger verändert als vielmehr sichtbar macht. Anstatt sich dem Bestand aufzudrängen, entwickelt der Pavillon eine diskrete Präsenz, die sich über Massstäblichkeit und Materialität in den Ort einfügt. Er schafft einen Dialog zwischen Alt und Neu. Es entsteht ein intermediärer Raum, der die Wahrnehmung der Landschaft begleitet und die Beziehung zum Monument verstärkt.

Die Kirche, die Vegetation und der unmittelbare Kontext bilden die Grundlage des Projekts. Die Eingriffe bleiben auf das Wesentliche reduziert und folgen einer Logik von Präzision und Zurückhaltung. Durch gezielte Rahmungen und eine fein gesetzte Implantation entsteht ein Raum der Kontemplation und Meditation. Das Projekt basiert auf einer bewussten Ökonomie der Mittel. Wenige Elemente genügen zur Strukturierung des Ganzen: eine Wand, eine Sitzbank, eine Vitrine und ein Dach. Die formale Einfachheit beruht auf der Präzision der Proportionen und der Qualität der Beziehungen zwischen den Elementen.

Der Pavillon nimmt die Form eines landschaftlichen Dispositivs an, das durch mineralische Elemente geprägt ist, die aus dem Boden hervortreten. Eine Betonplatte definiert den Perimeter und ordnet die Komposition. Sie nimmt eine Betonwand auf, die als Träger für Ex-votos dient und zugleich als räumlicher Abschluss wirkt, Licht aufnimmt und Tiefe erzeugt. Eine präzise eingesetzte Vitrine führt ein Spannungsfeld zwischen Transparenz und Masse, zwischen Metall und Mineralität ein. Eine monolithische Sitzbank ergänzt das Ensemble und lädt zum Verweilen ein.

Ein feines Stahldach überdeckt das Dispositiv partiell. Punktuell von schlanken Metallstützen getragen, scheint es über den Betonelementen zu schweben und verstärkt den Kontrast zwischen Leichtigkeit und Trägheit. Die Konstruktion beruht auf der direkten Ausdruckskraft der Materialien. Beton und Stahl werden in ihrem rohen Zustand eingesetzt, mit besonderem Augenmerk auf Fügungen, Kanten und Übergänge. Jedes Element ist präzise entworfen und in seiner Beziehung zum Ganzen definiert. Im Laufe der Zeit schreibt sich das Projekt in seine Umgebung ein. Die Patina der Materialien, Nutzungsspuren und wechselnde Lichtverhältnisse tragen zu dieser Entwicklung bei. Der Pavillon wird zu einem Ort der Kontemplation und des Gedenkens, an der Schnittstelle von Landschaft und Monument, in einer klar zeitgenössischen Haltung.

Das Projekt von Charly Jolliet Architecte wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert. 

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