Umbau einer Wohnung aus den 1930er-Jahren

 
1009 Pully,
Schweiz

Veröffentlicht am 03. August 2026
Minguet Martinez Architectes

Projektdaten

Basisdaten

Projektkategorie
Gebäudeart
Fertigstellung
03.2026

Gebäudedaten nach SIA 416

Anzahl Wohnungen
1
Geschossfläche
78 m²
Nutzfläche
78 m²
Gebäudevolumen
210 m³

Beschreibung

Die 78 Quadratmeter grosse Wohnung befindet sich in einem Wohngebäude aus den 1930er-Jahren in Pully und bietet einen freien Panoramablick auf den Genfersee. Zahlreiche Umbauten im Laufe der Jahrzehnte hatten die ursprüngliche Grundrissstruktur bereits weitgehend verändert. Dadurch bot sich die Möglichkeit, den Grundriss vollständig neu zu denken. Das Projekt versteht sich als zeitgenössischer Eingriff, der sich auf die Nutzung, die Raumbeziehungen und die Verbindung zur Landschaft konzentriert.

Im Zentrum der Wohnung organisiert ein massgefertigter Einbaumöbelkern die verschiedenen Bereiche. Als prägendes Element des Entwurfs vereint er Stauraum, haustechnische Installationen und mehrere alltägliche Funktionen. Die Konzentration dieser Elemente in einem einzigen Volumen hält die Wohnräume frei und strukturiert die Grundrissorganisation klar.

Die Erschliessung wurde neu gestaltet, um Blickbezüge und Wegeführung gezielt zu inszenieren. Die Verlegung der Tür zum Hauptschlafzimmer an die Fassade verlängert die Sichtachsen bis zu den Fenstern und verstärkt die Präsenz der Landschaft im Innenraum. Tageslicht durchdringt die Wohnung auf natürliche Weise, während der Genfersee zu einem ständigen räumlichen Bezugspunkt wird.

Raumhohe Türen unterstützen diese räumliche Kontinuität, indem sie visuelle Unterbrechungen minimieren und die Vertikalität der Räume betonen. Sekundäre Funktionen sind diskret in die Einbauten integriert. Eine geriffelte Glaswand filtert das Licht, ohne die visuelle Durchgängigkeit zu beeinträchtigen.

Auch die bestehenden Bauelemente spielen eine zentrale Rolle. Das originale Fischgrätparkett wurde sorgfältig restauriert und mit zeitgenössischen Eingriffen in Dialog gesetzt. So entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Geschichte des Ortes und seiner neuen Identität.

Die Sanierung verwandelt die ehemalige 2,5-Zimmer-Wohnung in eine helle, offene 3,5-Zimmer-Wohnung. Die Neuorganisation des Grundrisses, die sorgfältig inszenierten Blickbeziehungen und die integrierten Einbauten interpretieren die räumlichen Qualitäten des Bestands neu und werden zugleich den Anforderungen zeitgemässen Wohnens gerecht.

Das Projekt wurde von Minguet Martinez Architectes eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.

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