Wohnhochhaus Alto Tower

 
8048 Zürich,
Schweiz

Veröffentlicht am 16. April 2026
pool Architekten
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

Aussenansicht Photovoltaik-Fassade Situation Shedhalle Wohnung

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Freihofstrasse 25, 8048 Zürich, Schweiz
Projektkategorie
Gebäudeart
Fertigstellung
02.2026
Links

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
mehr als 20
Anzahl Kellergeschosse
2
Anzahl Wohnungen
149
Geschossfläche
23'200 m²
Nutzfläche
12'580 m²
Gebäudevolumen
76'900 m³

Beschreibung

Zwischen Hardstrasse und Bahnhof Altstetten erstreckt sich ein Gebiet mit einer selbst für die Stadt Zürich aussergewöhnlichen Entwicklungsdynamik. Die drei Ausfallachsen Badener-, Basler- und Hohlstrasse prägen ein weitmaschig gestricktes Netz von heterogen bebauten Strassengevierten. Während die uralte Badenerstrasse seit geraumer Zeit durch das Schliessen und Erhöhen der Strassenfluchten verdichtet wird, entstanden entlang der Hohlstrasse beziehungsweise dem Gleisfeld viele neue Wohnhochhäuser. An der vergleichsweise jungen Baslerstrasse liegen grosse Gebäudekomplexe wie die VBZ-Werkstätten, das Stadion Letzigrund, der Schlachthof oder das Einkaufszentrum Letzipark. Doch auch entlang dieser wichtigen Velo-Achse sind Hochhäuser zu eigentlichen Landmarks geworden – seien es die bereits angejahrten Hardautürme oder der Neubau «Basilisk» beim Letzipark. In diese Linie reiht sich auch das neue Hochhaus «Alto Tower» an der markanten Kreuzung von Baslerstrasse und Freihofstrasse ein.

Ein Hochhaus als neues Landmark
An jener Strassenkreuzung liegt ein zur Baslerstrasse ausgerichteter, baumbestandener öffentlicher Platz mit einem nutzungsoffenen, gedeckten Bereich. Diese Stadtloggia, die als Bautyp auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblickt, befindet sich unter der filigranen Betonstruktur des ehemaligen Ausstellungs- und Montageraums der Fiat-Garage. Über diesem allseits offenen Oberlichtraum erhebt sich ein rund 80 Meter hohes Wohnhochhaus mit 26 Geschossen. Der Neubau markiert seinen Hauptzugang mit einer repräsentativen, doppelgeschossigen Arkade. Seine Adresse an der Freihofstrasse teilt er mit der Filiale eines Grossverteilers, die die lichtdurchflutete Shedhalle der ehemaligen Fiat-Garage weiternutzt. Die Halle wurde durch einen seitlichen Anbau mit Garageneinfahrt und Anlieferung ergänzt und erhielt an der Freihofstrasse ein neues, offenes Gesicht. Mit dem realisierten Wohnhochhaus konnten Erhalt und Weiterverwendung einer bemerkenswerten eingeschossigen Struktur gesichert werden. Abgesehen von den Eingangsräumen dient das gesamte Erdgeschoss mit seinen Läden und Dienstleistern dem Quartier. Das 1. Obergeschoss bietet neben einem unterteilbaren Gemeinschaftsraum mit Dachgarten für die Hausgemeinschaft auch Atelierflächen. Die Freiraumgestaltung zeichnet sich durch Baldachine aus Baumkronen, einen hohen Anteil an bepflanzten und durchlässigen Böden sowie eine zum Erlebniskreis gestaltete Retentionslandschaft. Ergänzend ermöglicht ein Mobilitätskonzept eine deutliche Reduktion der Parkplatzzahl.

Leichte Struktur, klare Logik
Den Abklärungen zu Nachhaltigkeitsfragen folgend und zugleich inspiriert von der Struktur des Bestandes, wurde für das Wohnhochhaus eine filigrane, ressourcenschonende Betonstruktur mit einer Leichtbaufassade umgesetzt. Kleine Spannweiten ermöglichen dünne Decken. Kern, Stützen und Unterzüge gliedern und formen die Innenräume der Wohneinheiten. Ein hoher Vorfertigungsgrad von Struktur und Ausbau sowie eine strikte Systemtrennung sind ebenso kennzeichnend für das interdisziplinär erarbeitete Projekt wie die sparsamen Konzepte für Haustechnik. Die Fassaden des Hochhauses sind geprägt von Fensterbändern mit hellen Metallrahmen, textilen Sonnenstoren sowie Glasbrüstungen mit integrierter Photovoltaik. Die helle Anmutung der Brüstungen wird durch eine entsprechende Beschichtung der Gläser erreicht. Für den Umbau des Bestandes wird eine der gewerblichen Vergangenheit entsprechende, pragmatische und ressourcenschonende Herangehensweise propagiert.

Das Projekt wurde von pool Architekten für den Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Jørg Himmelreich publiziert.

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