Small Changes = Lots of Character – Einladung zum Arc Afterwork Lausanne

Veröffentlicht am 20. Februar 2026 von
Estelle Gagliardi

Am 29. April 2026 wird das Olympische Museum in Lausanne erneut den stimmungsvollen Rahmen für einen Arc Afterwork bieten. Dieser wird sich thematisch Umbauten widmen, die mit moderaten Mitteln realisiert wurden, aber dennoch eine grosse Wirkung entfalten. In Kurzvorträgen werden Projekte vorgestellt, die den Wert kleiner Massnahmen beleuchten und deren Potenzial aufzeigen.

Im Gegensatz zum Spektakel vieler Neubauten zeichnen sich diese Ansätze durch ein Feingefühl für das Bestehende aus. Sie fokussieren auf das, was bereits vorhanden ist: Strukturen, Formen und Einschränkungen, die häufig dezent, mitunter gar unsichtbar sind, aber dennoch grosse Potenziale bergen. Verändern, ohne auszulöschen; anpassen, ohne sich aufzudrängen; die gegebenen Bedingungen akzeptieren und ihnen zugleich zu einer neuen Lesart verhelfen …

Sanieren, neu interpretieren und anpassen: Diese kleinen Veränderungen erzählen von einer anderen Art, Architektur zu machen. Sie zeugen von einer Sensibilität für den Kontext und das Gewachsene, von einer Haltung, die Kontinuität den Brüchen vorzieht.

Im Mittelpunkt dieses Abends stehen zentrale Fragen: Wie lässt sich der Wert bescheidener Eingriffe herausarbeiten und gleichzeitig die Tragweite ihrer Wirkungen würdigen? Und wie können Renovierung, Anpassung und Umgestaltung zu Instrumenten werden, die Sinn und neue räumliche Qualitäten schaffen? In dynamischen Kurzpräsentationen werden die Referent*innen ihre Erfahrungen teilen und eine Diskussion über eine aufmerksame, engagierte und im Bestand verankerte Architektur anstossen.

Small Changes – Lots of Character lädt dazu ein, den Wert des «Bescheidenen» zu entdecken – nicht im Sinne von Einschränkungen, sondern als Hebel. Denn manchmal sind es die kleinen Gesten, welche die bedeutendsten Veränderungen bewirken.

1829 als Reithalle für das Militär errichtet und in den 1950er-Jahren zu einer Garage umgebaut, wurde die Ancien Manège in Genf zu einem Gebäude umgestaltet mit Krippe, Mensa und Gemeinschaftsräumen. Estar erhielten so viel wie möglich von den Strukturen des 19. und 20. Jahrhunderts und griffen nur gezielt und im kleinen Massstab ein. Mit reversible Holzeinbauten fanden sie eine gute Balance zwischen denkmalpflegerischen Aspekten, thermischer Ertüchtigung und den vielfältigen Nutzungen. | Foto: Luis Díaz Díaz
Haus Molaire ist der Umbau einer ehemaligen Zahnarztpraxis in eine Wohnung. Das Projekt von Bureau in Genf ist ein Experiment: Der offen Grundriss, leichte Einbauten sowie diverse farbige Vorhänge ermöglichen es, die Wohnung vielfältig zu unterteilen und an spontane an individuelle Bedürfnisse anzupassen. | Foto: Dylan Perrenoud
Uplift ist ein Projekt von Comte / Meuwly und Marginalia, das die Wohnfläche eines ehemaligen Bauernhauses in La Sagne verdoppelt. Durch einfache Eingriffe – die Anhebung eines Bodens, die Aktivierung der Scheune sowie einem cleveren Umgang mit Licht und Belüftung – wurde die Wohnqualität des Ortes nachhaltig verbessert und das historische konstruktive Palimpsest aus verschiedenen Zeiten freigelegt. | Foto: Pierre Marmy
Sujets Objets haben ein Vereinslokals im Untergeschoss der Genfer Schule Hugo-De-Senger transformiert. Das Projekt Hugo hat eine transluzente Trennwand, in die eine Küche integriert ist. Sie lässt die technischen Installationen sichtbar, bringt Licht hinein und lässt Raum für Anpasungen durch die Nutzer*innen. | Foto © Sujets Objets
Bureaumilieux hat in Lausanne-Flon eine ehemalige Kfz-Werkstatt in eine Musikschule verwandelt. Albertine schöpft ihre Kraft aus dem Bestand, wiederverwendeten Bauteilen und einem offenen Entwurfsprozess. Eine rauhe Ästhetik, offen geführte Leitungen und eine präzise akustische Gestaltung etablieren einen inspirierenden Ort für Kunst und Musikvermittlung. | Foto: Julie Masson
SAAS hat sich in einem ehemaligen Industriegbäude auf dem Areal Praille Acacias Vernets im Herzen von Genf einen Ort zum Wohnen und Arbeiten eingerichtet. Mit dem Projekt JNS verhandelt das Büro zugleich Fragen zu Bauzonen, Komfortstandards und alltäglichen Nutzungen. Die Räume lassen sich je nach Bedarf und klimatischen Bedingungen flexibel anpassen oder mit geringem Aufwand umkonfigurieren. | Foto: Guillaume Yersin

Die Liste der Referent*innen wird laufend ergänzt und hier publiziert.

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