Wertvolle Räume: Entwerfen am Baudenkmal

 
8840 Einsiedeln,
Schweiz

Veröffentlicht am 17. Juni 2026
ETH Zürich Departement Architektur
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

Modellfoto Studierende: Lars Ludes, Nicolas Senn: Lars Ludes, Nicolas Senn Modellfoto Studierende: Mara Winistörfer, Leïa Steiner Modellfoto Studierende: Linda Stössel, Carlo Celli Modellfoto Studierende: Noah Tagwerker, Joel Koch Modellfoto Studierende: Johanna Schmitt, Mira Malzanini Modellfoto Studierende: Maria Uehli, Lea Nolli Aufnahme Herrengarten Kloster Einsiedeln Ausstellung Wertvolle Räume, 27.März bis 09.April, Kloster Einsiedeln Ausstellung Wertvolle Räume, 27.März bis 09.April, Kloster Einsiedeln Ausstellung Wertvolle Räume, 27.März bis 09.April, Kloster Einsiedeln Ausstellung Wertvolle Räume, 27.März bis 09.April, Kloster Einsiedeln Ausstellung Wertvolle Räume, 27.März bis 09.April, Kloster Einsiedeln Ausstellung Wertvolle Räume, 27.März bis 09.April, Kloster Einsiedeln

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Klosterplatz, 8840 Einsiedeln, Schweiz
Projekttyp
Entwurfsstudio/Forschungsgruppe
Projektkategorie
Fertigstellung
06.2026

Beschreibung

An der Professur für Konstruktionserbe und Denkmalpflege des Departements Architektur der ETH Zürich fand im Herbstsemester 2025 das Gaststudio Langenberg + Bischof Föhn zum Thema «Wertvolle Räume – Entwerfen am Baudenkmal» statt. Begleitet durch Silke Langenberg, Stephan Bischof, Norbert Föhn, Reto Wasser, Elisha Bischof, Matthias Brücke und Sarah Gemoll arbeiteten die folgenden Studierenden am Projekt mit: Isabel Berges, Raphael Beutler, William Manly Boger, Noella Jacqueline Bucher, Bjarne Ole Buhr, Carlo Enrico Celli, Sina Riccarda Celli, Evelyn Ehses, Alexander Jakob Glattfelder, Rosa Maria Hickey, Sandro Huber, Nils Florin Jordi, Julius Friedrich Juppien, Joel Benjamin Koch, Corinna Lignini, Lars Niklas Ludes, Vivienne Kim Mächler, Ivan Malkov, Mira Julia Malzanini, Lara Luisa Mettler, Michelle Vivienne Simona Müller, Lea Nolli, Siro Gaetan Romano, Nicola Roner, Johanna Carla Aurelia Schmitt, Tobias Raphaël Schüpbach, Nicolas Senn, Ann Kathrin Singelmann, Leïa Aurelie Steiner, Linda Anna Stössel, Michelle Strasser, Noah Cedrik Tagwerker, Maria Uehli, Mara Sina Winistörfer, Dina Yasmin Zaugg und Peng Zhang.

Unter dem Thema «Wertvolle Räume – Entwerfen am Baudenkmal» widmet sich das Entwurfsstudio dem architektonischen Umgang mit inventarisierten Gebäuden. Im HS25 beschäftigte sich das Entwurfsstudio mit dem Kloster Einsiedeln, einem der bedeutendsten sakralen Orte der Schweiz. Seit über tausend Jahren prägt es die religiöse, kulturelle und bauliche Identität des Ortes, steht heute jedoch angesichts einer zunehmend säkularen Gesellschaft vor grundlegenden Fragen: Wie kann ein spiritueller Ort relevant bleiben? Welche neuen Räume, Funktionen und Formen braucht das Kloster, um auch künftig bestehen zu können – für die Mönche, die Pilgernden, die Besuchenden, das Dorf und die Gesellschaft?

Übergeordnetes Lernziel des Entwurfsstudios ist es, die Bedeutung von Forschung und sorgfältiger Beobachtung für die Bewertung der gebauten Umwelt zu erkennen und darin verborgenes Potenzial als Grundlage verantwortungsvollen Handelns freizulegen. Die Untersuchung von Details, Konstruktionen, Bauphasen und handwerklichen Techniken am Objekt bildet die Grundlage, um denkmalpflegerische Prinzipien anzuwenden, zu hinterfragen und in den Entwurfsprozess zu integrieren. Aus den gewonnenen Erkenntnissen entstehen bauliche Narrative, die bestehende Grenzen erweitern und zugleich die räumlichen, historischen und gesellschaftlichen Qualitäten des Ortes respektieren. Resultat sind präzise architektonische Entwürfe in unterschiedlichen Massstäben bis hin zum konstruktiven Detail, die in einen respektvollen Dialog mit dem Bestand treten und eigenständige zeitgenössische Qualitäten hervorbringen.

Im HS25 analysierten die Studierenden die Klosteranlage vor Ort entlang ihrer inneren und aeusseren Grenzen sowie der Übergänge zwischen ihnen, um die Koexistenz von klösterlicher Gemeinschaft, profaner Innenwelt und säkularisierter Aussenwelt sichtbar zu machen. Der Fokus lag dabei weniger auf der barocken Klosterkirche als vielmehr auf der Klausur der Mönche – einem Bereich, der zunehmend weniger Raum beansprucht – sowie auf den angrenzenden Bereichen wie Pilgerunterkunft, Stiftsschule, Gärtnerei, Handwerksbetrieben und Pferdestallungen, die jeweils eigene bauliche Qualitäten und Entwicklungspotenziale aufweisen.

Entstanden ist eine Vielfalt an Projekten, die durch kleinere und groessere Eingriffe verborgene Potenziale der Klosteranlage aktivieren, Organisation und Zugänglichkeit verbessern, ungenutzte Bereiche wiederbeleben und neue Nutzungsimpulse aufzeigen. Die Studierendenprojekte schlagen – neben feinen Eingriffen, Optimierungen und einer Weiterentwicklung der Bestandsnutzung – auch neue Nutzungen für die Zukunft des Klosters vor: etwa ein Handwerkszentrum, eine Bierbrauerei, unterschiedliche Wohnformen in Anlehnung an die klösterliche Kammerstruktur, kombiniert mit grosszügigen Gemeinschaftsbereichen, sowie therapeutische Angebote. Diese Nutzungsvorschläge entwickeln sich aus dem Bestand heraus und interpretieren die klösterliche Klausur neu, indem sie sie für zeitgenössische Anforderungen öffnen, ohne sie vollständig aufzulösen.

Die entstandenen Arbeiten wurden im Anschluss im Kloster Einsiedeln ausgestellt. Dabei bot sich die Gelegenheit, die von den Studierenden entwickelten räumlichen Ideen mit den Nutzer"innen des Klosters sowie mit der Öffentlichkeit zu teilen und über die Zukunft des Klosters und sein Transformationspotenzial nachzudenken.

Das Projekt der Professur für Konstruktionserbe und Denkmalpflege der ETH Zürich wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 in der Kategorie Next Generation eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.

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