Wohnung Hentsch
1972 Anzère,
Schweiz
Veröffentlicht am 15. April 2026
meyer architecture Sàrl
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Beschreibung
Die Sanierung einer Maisonette-Wohnung im Dachgeschoss eines Gebäudes aus den 1960er-Jahren in Anzère zielt darauf ab, die vorhandene räumliche Qualität durch klarere Wege, stärkere Sichtbeziehungen und fliessende Übergänge hervorzuheben, ohne die Privatsphäre zu beeinträchtigen. Dabei spielten die bestehende Struktur, das Dach sowie die unterschiedlichen Ebenen eine entscheidende Rolle und bestimmten die architektonischen Eingriffe massgeblich.
Um einen grosszügigen offenen Raum zu schaffen, wurde die Küchenwand entfernt, wodurch Küche, Esszimmer und Wohnzimmer miteinander verbunden wurden. Die leicht versetzten Ebenen erzeugen eine räumliche Dynamik, die Funktionen voneinander abgrenzt, ohne sie zu trennen. Die neu gestaltete Treppe führt nun zum Arbeitszimmer und ermöglicht eine klare Trennung des Elternschlafzimmers. Ein Innenfenster hinter einer durchbrochenen Verkleidung schafft dabei eine subtile visuelle Verbindung zwischen den Räumen.
Die Materialien wurden sorgfältig gewählt, mit einem Fokus auf hochwertige und nachhaltige Lösungen. Dampfgebeiztes Lärchenholz prägt Böden, Wände und Decken und verleiht der Wohnung eine warme, einheitliche Atmosphäre, ergänzt durch Naturlehmputz, der für Struktur und Kontrast sorgt. Akzente in Petrolgrün setzen gezielte Kontraste, während der als Kokon gestaltete Eingangsbereich den skulpturalen und immersiven Charakter der Wohnung verstärkt.
Der Kamin als zentrales Element verleiht dem Projekt eine skulpturale Dimension: Als monolithischer Körper mit dreieckigen Facetten steht er im spannungsvollen Kontrast zu den geschwungenen Holzformen. Seine Verkleidung aus poliertem Edelstahl reflektiert Innenraum und Landschaft und schafft einen Dialog zwischen Architektur und alpiner Umgebung.
Das Projekt ist geprägt von einem engen Austausch mit der Bauherrschaft, deren Fokus auf Komfort, Funktionalität, Detailqualität und einer gemütlichen Atmosphäre lag. So entsteht ein ausgewogenes Zusammenspiel aus alpiner und zeitgenössischer Wohnkultur.
Das Projekt wurde von meyer architecture für den Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Jørg Himmelreich publiziert.