Sanierung Pfrundhaus Keiser

1 von 36

 
6300 Zug,
Schweiz

Veröffentlicht am 17. März 2026
Röösli Architekten AG
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026

Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Fassade Seite Grabenstrasse Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Fassade Seite Altstadt Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Stube Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Wohnküche Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Essbereich Wohnküche Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Gang mit Fachwerkmalereien Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Schlafzimmer 1. Obergeschoss (Grabenstrasse) Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Schlafzimmer 1. Obergeschoss (Oberaltstadt) Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Nasszelle für zwei Bewohner*innen Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Schlafzimmer 2. Obergeschoss Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug –Treppenhaus, Gang 2. Obergeschoss Pfrundhaus Keiser, Kanonenhaus, Zug – Treppenhaus

Projektdaten

Basisdaten

Lage des Objektes
Grabenstrasse 46, 6300 Zug, Schweiz
Projektkategorie
Gebäudeart
Fertigstellung
05.2025
Links

Gebäudedaten nach SIA 416

Stockwerke
3 bis 5
Anzahl Kellergeschosse
1
Anzahl Wohnungen
1
Nutzfläche
234 m²
Gebäudevolumen
650 m³
Gebäudekosten (BKP 2)
2,3 Mio. CHF

Beschreibung

Mit dem Auszug der langjährigen Mieterschaft richtete die Bauherrschaft, die Katholische Kirche Zug, die Nutzung ihrer Liegenschaft neu aus. Es soll ein Haus für eine Wohngemeinschaft entstehen. Auf Basis einer externen Machbarkeitsstudie wurde in einem Planerwahlverfahren ein Architekturbüro gesucht. Die Machbarkeitsstudie sah ein Wohnen im bisher nicht ausgebauten Dachgeschoss mit Dachbalkon und Seesicht vor. Wir überarbeiteten das Konzept grundlegend. Das Wohnen, Kochen und Essen sollen, wie bauzeitlich überliefert, im Erdgeschoss liegen und an den Garten angebunden werden. Gassenseitig, im Untergeschoss, schlugen wir in direkter Blickbeziehung zur Liebfrauenkapelle etwas utopisch einen Devotionalienladen vor. In den Obergeschossen und im Dachgeschoss sollen je zwei Schlafzimmer und mittig des dreiraumtiefen Gebäudes eine Nasszelle eingerichtet werden. Das Steildach erhielt auf der Seite Grabenstrasse neu eine historisch angelehnte Schleppgaube, seeseitig repräsentieren zwei neue filigran profilierte Quergiebellukarnen die Dachlandschaft und belichten den bisher ungenutzten Dachraum. Die Kanonenszene an der Fassade wurde durch die Restaurator*innen von Pilzbefall gereinigt und die Malerei gesichert. Mit dem Abführen von Auffüllmaterial öffneten wir den ehemaligen Stadtgraben. Den Hauseingang verlegten wir zurück in die Ober Altstadt und findet an überlieferter Lage mit dem in Sandstein gerahmten Gewände und seiner massiven Holztüre seine Repräsentation. Die aufgehobene Eingangsplattform wandelten wir in einen neu erstellten, fast schwebenden Balkon aus beigem Jurabeton um. Der neue Kaffeebalkon in der Morgensonne bildet einen räumlichen Übergang in den Garten. Aufgrund von Material- und Farbbefunden gestalteten wir die Räume spezifisch nach ihrer Epoche vom Hellblau auf Renaissancetäfer über historisch tapezierte Räume bis zum schlichten Krallentäfer in Lindengrün. Im Gang konnten wir Fachwerkmalereien mit Gallot-Figuren, kleinwüchsigen musizierenden Figuren, von übertünchten Kalkanstrichen befreien und sichtbar machen. Entstanden ist ein Wohnhaus mit sechs Schlafzimmern und drei Nasszellen und im Erdgeschoss gemeinschaftlichen Räumen. Genutzt wird das Haus als Wohngemeinschaft für beeinträchtigte Menschen, welche durch eine soziale Institution, die Zuwebe, betreut werden. An zentraler Lage konnten wir dank dem Ausbau Dachgeschoss und der gewählten gemeinschaftlichen Wohnform eine innere Verdichtung ohne Volumenvergrösserung erzielen.

Das Projekt von Röösli Architekten wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.

213121290