Sanierung und Aufwertung Ziegelei Riva San Vitale
5263 riva san vitale,
Schweiz
Veröffentlicht am 13. April 2026
Enrico Sassi architetto Sagl
Teilnahme am Swiss Arc Award 2026
Projektdaten
Basisdaten
Gebäudedaten nach SIA 416
Beschreibung
Die Sanierung des historischen Gebäudes, einer ehemaligen Trocknungsanlage, die in ein Atelier umgewandelt wurde, sieht den Bau einer neuen Stahlkonstruktion vor, die innerhalb des bestehenden Gebäudes errichtet wird, um das alte Mauerwerk zu stabilisieren, die vorhandenen Decken zu verbinden und das neue Dach in Stahlkonstruktion zu tragen. Dadurch können die ursprünglichen, äusserst charakteristischen Dachstühle entlastet und erhalten werden. Die neue Stahlkonstruktion besteht aus Stützen (Halbprofile IPE240), Sturzprofilen (HEB120) für die Decken und HEB140-Profilen, die die Dachstühle des neuen Daches bilden. Das Gebäude wurde mit grossen Doppelverglasungen geschlossen, die direkt auf der Tragkonstruktion verlegt wurden, wodurch zusätzliche Profile für Fenster und Türen vermieden werden konnten. Das «Haus der Öfen» ist ein neues Gebäude mit einer vorgefertigten Metallkonstruktion, die mit wiederverwendeten Ziegeln verkleidet ist (alte, zerbrochene Originalziegel, die in horizontalen Reihen im «Opus testaceum»-Stil verlegt wurden). Die Hauptfassade des Gebäudes besteht aus vier Metalltoren aus naturoxidiertem Eisen, hinter denen zwei speziell für dieses Projekt angefertigte Gasöfen zum Brennen von Keramik, auch in grossen Formaten, installiert sind. Die Öfen sind mit zwei sechseckigen Schornsteinen ausgestattet, die ebenfalls mit wiederverwendeten, gebrochenen Dachziegeln verkleidet sind.
Es handelt sich um ein ganz besonderes Projekt. Das Ergebnis wertet das historische Gebäude dank der schlanken Pfosten und der «natürlich oxidierten» (verrosteten) Oberfläche sämtlicher Profile auf. Die gesamte Metallkonstruktion (Tragwerk, Überdachung, Fenster und Fensterbänke) wurde «handwerklich» gefertigt, wobei alle Masse vor Ort aufgenommen und jede einzelne Komponente so hergestellt wurde, dass sie sich den Unregelmässigkeiten des historischen Gebäudes anpasst.
Das Projekt von Enrico Sassi architetto wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2026 eingereicht und von Nina Farhumand publiziert.